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«Köniz erneuerbar» führt geradewegs in eine energische Debatte

Die FDP tritt gegen die energiepolitischen Neuerungen im Könizer Baureglement an, obwohl diese zur Hälfte von ihr selbst stammen.

Auf den ersten Blick ist es ein energischer, klarer Entscheid: Das Könizer Parlament sprach sich am Montag mit 25 zu 12 Stimmen für die markante Verschärfung der Bauvorschriften aus (siehe «Bund» von gestern). Bauwillige sollen künftig nachweisen müssen, dass sie ihre neue Liegenschaft höchstens zu 30 Prozent mit nicht erneuerbarer Energie beheizen. Zu 70 Prozent muss der Wärmebedarf mit erneuerbarer Energie gedeckt werden. Gleichzeitig soll die neue Vorschrift mit einem Zückerchen versüsst werden: Wer bestehende oder neue Bauten besonders gut dämmt, soll einen Nutzungsbonus erhalten – also grössere Volumina umbauen dürfen. Den definitiven Entscheid über diese beiden Zutaten der «Könizer Energiewende» werden die Stimmberechtigten am 14. Juni an der Urne fällen.

Der klare Entscheid des Parlaments könnte zur Annahme verleiten, der Mist sei bereits geführt. Der recht forsche energiepolitische Schritt wird aber in jedem Fall eine rege Abstimmungsdebatte provozieren, allein schon deshalb, weil viele sich zwar übers Zückerchen (Nutzungsbonus) freuen dürften, aber von strengeren Vorschriften (Energiebestimmungen) nichts wissen wollen. Niemand verkörpert dieses Spannungsfeld besser als die Könizer FDP. Sie ist dezidiert gegen die strenge Energievorschrift, aber ebenso dezidiert für den Nutzungsbonus für besonders gut gedämmte Bauten. Mehr noch: Der Nutzungsbonus ist ein vor bald zehn Jahren von der FDP selbst eingebrachtes energiepolitisches Anliegen. FDP-Präsident Bernhard Bichsel spricht von einem «echten Dilemma», das die Partei nun zwinge, gegen die «Könizer Energiewende» anzutreten, auch wenn damit der von Bichsel stets mit Verve geforderte Nutzungsbonus gleich damit versenkt wird.

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