Psychiatriezentrum Münsingen will Bauten «entstigmatisieren»

Mit 53 Millionen Franken teuren Sanierungen soll das «Stigma der unheilbaren Kranken» abgelegt werden.

Das Psychiatriezentrum Münsingen wird für 53 Millionen Franken saniert und ausgebaut.

Das Psychiatriezentrum Münsingen wird für 53 Millionen Franken saniert und ausgebaut.

(Bild: Peter Rothacher)

Das Psychiatriezentrum Münsingen (PZM) will in den nächsten Jahren für rund 53 Millionen Franken seine Gebäude sanieren und Ausbauten realisieren. Richtungsweisend bei diesen Arbeiten soll sein, dass die Psychiatriegebäude «entstigmatisiert» werden.

Wie das PZM in einer Mitteilung schreibt, entstanden die Anlagen in einer Zeit, als die psychiatrischen Patienten in grossen Anstalten und von der Bevölkerung getrennt versorgt wurden. «Sie trugen das Stigma der unheilbar Kranken.» Zudem brächten die Gebäude aus dieser Zeit die klarer Hierarchie zwischen Ärzten, Pflegern und Patienten zum Ausdruck. Diese Haltung gelte es mit Hilfe der geplanten Bauarbeiten zu überwinden.

Für die Sanierungs- und Ausbauarbeiten macht das PZM auch die heutigen Patientenbedürfnisse, neue Anforderungen der Therapie und Unterhalts- und Erneuerungsbedarf geltend.

«Dialogverfahren» ausgeschrieben

In einem Programm mit dem Namen «Gesamtentwicklung PZM 2027» haben die Verantwortlichen vier Teilprojekte zur Einrichtung von zehn Bettenstationen und von Sanierungen definiert. Es ist ein etappenweises Vorgehen vorgesehen. Mit einem offenen, zweistufigen Dialogverfahren will das PZM nun die geeigneten Partner für die Umsetzung seines Projekts finden. Dieses Verfahren nach den Regeln des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens GATT und der Welthandelsorganisation WTO ist öffentlich ausgeschrieben worden.

3000 Patienten pro Jahr

Das PZM gehört laut eigenen Angaben zu den grössten psychiatrischen Kliniken der Schweiz. Jährlich werden über 3000 psychisch kranke Erwachsene behandelt. Die Schwerpunkte liegen in den Fachgebieten Depression und Angst, Psychose und Abhängigkeit sowie Alter- und Neuropsychiatrie.

Ausser einen Spitalbereich gibt es im PZM je ein Wohnheim für Menschen mit psychischer oder geistiger Behinderung, ein Kompetenzzentrum zur Behandlung psychisch Kranker mit einer kognitiven Beeinträchtigung sowie geschützte Werkstätten. Für das PZM arbeiteten im März 786 Personen.

nfe/sda

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