Zum Hauptinhalt springen

Polizisten wollten helfen – und erhalten Anzeige

Zwei Polizisten hatten sich Zutritt zur Wohnung eines Mannes verschafft, weil sie fürchteten, ihm sei etwas passiert. Nun wurden sie wegen Hausfriedensbruchs angezeigt.

Die Polizei im Einsatz (Symbolbild).
Die Polizei im Einsatz (Symbolbild).
Keystone

Eigentlich wollten sie nur helfen – nun wird gegen zwei Berner Kantonspolizisten ein Strafverfahren eröffnet. Das hat das Obergericht des Kantons Bern laut einem Bericht beschlossen. Der Grund: Ein Mann wirft den Polizisten vor, sich im September 2019 ohne Erlaubnis Zutritt zu seiner Wohnung verschafft zu haben, dabei hätten sie die Vorhängekette der Wohnungstür mit einem Seitenschneider durchtrennt.

Die Beamten waren ausgerückt, weil ein Nachbar wegen Hundegebells in der Wohnung angerufen hatte. Dort angekommen, sahen sie vier Hunde, den laufenden Fernseher und einen am Boden liegenden Ventilator in der Wohnung. Zuvor informierte eine Passantin die Polizisten, dass der Mann gehbehindert sei und im Rollstuhl sitze. Auch die Mutter konnte am Telefon keine Auskunft geben, wo der Gesuchte war oder ob es ihm gut geht. Aus Angst, dem Bewohner könnte etwas passiert sein, drangen die Beamten in die Wohnung ein, nachdem sie mehrmals geklopft und gerufen hatten. In der Wohnung fanden sie jedoch niemanden vor.

Das Vorgehen der Polizei passte dem Mann jedoch gar nicht – deshalb zeigte er die Polizisten an. Er habe wohl ein Bein verloren, könne aber mit Prothese und Krücken durchaus laufen. Das sei der Polizei bekannt gewesen. Es habe keinen Anlass gegeben, davon auszugehen, dass er dringend Hilfe benötige.

So sieht es auch das Obergericht und hiess die Beschwerde des Mannes gut. Strittig sei, ob die beschuldigten Polizisten davon ausgingen, sich rechtmässig Zutritt zur Wohnung verschafft zu haben. Da sie nicht sicher von einer unmittelbaren Gefahr für den Bewohner ausgehen konnten, wird nun abgeklärt, ob der sofortige Zutritt ohne Erlaubnis der Polizeibehörde zulässig war.Gegen die zwei Polizisten wurde ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs eröffnet. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 1000 Franken trägt der Kanton selber.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch