Zum Hauptinhalt springen

Polizei bald auch im Stadion präsent?

Nach den Ausschreitungen am Samstag fordert der FC Thun-Präsident Hilfe von der Polizei. Polizeidirektor Philippe Müller schliesst dies nicht aus.

Damit es in Bern nicht wie hier 2011 in Zürich während Fussballspielen zu Ausschreitungen kommt, wird künftig eine Polizeipräsenz in den Stadien nicht ausgeschlossen. (Symbolbild)
Damit es in Bern nicht wie hier 2011 in Zürich während Fussballspielen zu Ausschreitungen kommt, wird künftig eine Polizeipräsenz in den Stadien nicht ausgeschlossen. (Symbolbild)
Reto Oeschger

Der bernische Polizeidirektor Philippe Müller schliesst nicht aus, dass die Polizei künftig vermehrt auch innerhalb der Fussballstadien für Recht und Ordnung sorgt.

Denkbar sei dies, sagte Müller am Rand einer Pressekonferenz in Bern. Entsprechende «Eingreiftrupps», wie man sie aus anderen Ländern kenne, bräuchten allerdings eine zusätzliche Ausbildung. Der FDP-Regierungsrat will die weitere Entwicklung genau verfolgen.

Das Thema aufs Tapet gebracht hatte Markus Lüthi, Präsident des FC Thun, in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen. Nach dem Spielabbruch am Samstag in Sitten sagte Lüthi, die Klubs und die Liga bekämen das Problem gewalttätiger Fans offensichtlich nicht selber in den Griff.

«Wir müssen der Polizei den Auftrag geben, auch in den Stadien mit modernster Technik die Wenigen ausfindig zu machen, und mit Hilfe der Justiz dafür zu sorgen, dass die am Montag nicht mehr am Arbeitsplatz sind, sondern an einem andern Ort», sagte Lüthi.

"Verschiedene Wege"

Der Berner Polizeikommandant Stefan Blättler erinnerte am Montag gegenüber Keystone-SDA daran, dass die Polizei auch schon im Stadion war, «beispielsweise in Thun». Auch nach der Finalissima YB-Basel im Mai 2010 war die Polizei im Stadion und sorgte dafür, dass die beiden Fanlager getrennt blieben.

«Letztlich ist die Frage immer: Auf welchem Weg kommen wir zum Ziel, ohne dass zu viele Kollateralschäden entstehen?», sagte Blättler. Um die «Handvoll Krawallanten» ausfindig zu machen, gebe es auch andere Mittel, beispielsweise Kamera-Überwachung und Internet-Pranger.

Der Einsatzleiter müsse situativ entscheiden. Es gelte auch abzuwägen, ob eine Intervention der Polizei im Stadion nicht etwa eine Massenpanik zur Folge habe. Klar sei aber, dass Zustände wie am Samstag im Tourbillon «absolut unhaltbar» seien.

SDA/msl

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch