Orientalischer Duft in weiter Höhe

Im August eröffnen findige Pop-up-Gastronomen auf dem Dach des ehemaligen Swisscom-Turms ein Restaurant. In drei Jahren sollen dann Mieter diese Aussicht geniessen können.

Gastronomen auf Zeit, das Kadabra-Tower-Team auf der Terrasse.

Gastronomen auf Zeit, das Kadabra-Tower-Team auf der Terrasse.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Sophie Reinhardt@sophiereinhardt

Von hier sieht man weit: auf die ganze Stadt Bern und Ostermundigen – und bald könnte man auch die Welt riechen und schmecken. Am 1. August eröffnen die beiden Gastronomen Claudio Maestretti und Yannick Dumoulin von der Wirsindwir GmbH zusammen mit dem Team um die Eventveranstalter von Fraktion Tanz auf der Terrasse des 19 Etagen hohen Hochhauses während knapp zweier Monate ihr neuestes Restaurant unter dem Namen Kadabra Tower.

Zuoberst auf der Terrasse des ehemaligen Swisscom-Towers richten die beiden ein 50-plätziges Restaurant und eine Lounge mit Bar mit ebenso vielen Plätzen ein. Hier soll ab dem 1. August arabisch-marokkanischer Duft wehen, denn orientalisch, asiatisch angehauchte Spezialitäten wie Hummus oder Papayasalat werden hier unter einem Beduinenzelt serviert.

Küche in der Stadt

Bei Maestretti und Dumoulin handelt es sich um junge, aber erfahrene Pop-up-Gastronomen. Zurzeit führen sie auch ein Restaurant auf Zeit in einer Muriger Villa, welche gerade unbewohnt ist. Wo genau diese Villa Villetta liegt, ist geheim und wird den Gästen erst nach der Reservation bekannt gegeben. Letztes Jahr eröffneten die zwei für wenige Monate in der Länggasse in einem Architekturbüro ein Restaurant, danach servierten sie in Visp in einem Küchenshowroom Gerichte. «Uns gefällt das nomadische Leben, wo man nicht zu lange an einem Ort ist», sagt Dumoulin.

Man müsse sich an jeder neuen Örtlichkeit neuen Herausforderungen stellen und das Beste aus dem Raum herausholen, sagt er. Beim Kadabra Tower ist die Herausforderung, dass in das denkmalgeschützte Haus keine Küche eingebaut werden kann – weshalb die Produktionsküche des Restaurants in der Innenstadt liegt. Dementsprechend muss das bei der Planung des Speiseangebots eingerechnet werden. Abends gibt es dennoch ein 4-Gang-Menü für 75 Franken. Daneben wird es auch eine Karte mit kleineren Häppchen und Speisen geben. Am Mittag gibt es sogenannte Bowls.

Die beiden Junggastronomen haben in der Vergangenheit schon in diversen anderen Berufsgattungen Luft geschnuppert: «Uns in der Gastronomie selbstständig zu machen, war ein Traum, und daran arbeiten wir auch hart», sagt Maestretti. Bis zum 22. September bleibt das Rooftop-Restaurant geöffnet. «Wir halten bereits jetzt Ausschau nach einer aussergewöhnlichen Location für einen ganzjährigen Betrieb, der nicht der Norm entspricht», sagt Claudio Maestretti. Doch zurzeit stellen sie sich gerade anderen Fragen: etwa der schwierigen Frage, was für Servietten auf der Terrasse verwendet werden können, die möglichst nicht weggeblasen werden.

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