Neue Opposition gegen Wohnungsbau im Burgernziel

Gegen den Bau von Wohnungen auf dem Areal des Berner Tramdepots gibt es mehrere Einsprachen.

Das Tramdepot im Burgernziel.

Das Tramdepot im Burgernziel.

(Bild: Valérie Chételat (Archiv))

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Die Abstimmung über das Tramdepot am Burgernziel liegt schon über drei Jahre zurück. Aber wann die Gebäudeversicherung und die Wohnbaugenossenschaft acht (WBG 8) mit dem Bau von über hundert Wohnungen auf dem Areal beginnen können, ist nach wie vor unklar. Laut Statthalter Christoph Lerch (SP) sind gegen das Vorhaben drei Einsprachen eingegangen, darunter eine Kollektiveinsprache und die Einsprache einer privaten Organisation. Die darin vorgebrachten Einwände beträfen vor allem die Parkierungssituation, die Lärmimmissionen und das Bauen im Grundwasser.

«Herz des Quartiers»

Damit geht die leidvolle Geschichte um eines der Prestigestücke der Berner Wohnbaupolitik in eine weitere Runde. Zuerst hatte die Stadt 38 alte Dienstbarkeiten von Anwohnern vergessen, welche sie schliesslich mit je 10000 Franken ablösen musste. Dann gab es zeitlichen und räumlichen Koordinationsbedarf zwischen der Stadt und den Investoren wegen des geplanten Umbaus von Ostring, Burgernziel und Thunstrasse. Und schliesslich hatte das Baugesuch formelle Mängel, sodass es die Gebäudeversicherung überarbeiten musste.

Wer nun hinter den Einsprachen steckt, war am Dienstag nicht in Erfahrung zu bringen. Immerhin deuten die Kritikpunkte darauf hin, dass es bloss darum gehen könnte, bei den Bauarbeiten ein Wort mitreden zu können. Bei der Gebäudeversicherung kann man noch keine Aussagen zu den Einsprachen und zu einer allfälligen weiteren Verzögerung machen, da erst nächste Woche über das weitere Vorgehen entschieden werden soll. An der Anwohnerinformation im Februar sei das Projekt aber sehr positiv aufgenommen worden, hält Sprecherin Tina Balmer fest. «Die Freude über das neue Herz des Quartiers ist gross.»

Mit der Stadt sei man übereingekommen, dass zuerst die Überbauung realisiert und dann die Sanierung der Thunstrasse im Bereich des Tramdepots angegangen werden soll, schreibt Tina Balmer. Besonders ambitioniert klingt das allerdings nicht, da die Sanierung von Thunstrasse und Burgernziel erst im Jahr 2022 vorgesehen ist.

Baustart im Ostring

Ob dieser grosszügige Termin noch verschoben werden muss, ist unklar. «Das muss zuerst im Detail analysiert werden», sagt Stadtingenieur Reto Zurbuchen. Klar sei, dass die beiden Bauprojekte nicht zeitgleich umgesetzt werden. Und dass die neuen Bäume entlang der Überbauung erst mit der Strassensanierung gepflanzt werden können.

Unbehelligt vom Start der Arbeiten für die Überbauung bleibt aber die Sanierung des Ostrings zwischen Burgernziel und Freudenbergerplatz. Zurbuchen geht aktuell davon aus, dass der Baustart für die Strassensanierung im nächsten Mai oder Juni erfolgen kann.

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