Nachtbus oder S-Bahn?

Weil mehrere Linien der Moonliner-Nachtbusse nicht mehr rentieren, sollen bis Mitte Oktober Vorschläge ausgelotet werden, um das Angebot zu optimieren.

Wie das Nachtbus-Angebot in Zukunft aussieht ist noch offen.

Wie das Nachtbus-Angebot in Zukunft aussieht ist noch offen.

(Bild: Walter Pfäffli)

Ein verändertes Ausgehverhalten der Jungen oder die Ausdehnung des Tagesfahrplans in die in die Nachtstunden hinein sind nur zwei von verschiedenen Faktoren, die dem Moonliner-Angebot in den vergangenen Jahren zugesetzt haben. Einzelne Moonliner-Linien kann die Nachtliniengesellschaft (NLG) nicht mehr wirtschaftlich betreiben. In einer Planungsstudie haben die Regionalkonferenz Bern-Mittelland, das Amt für öffentlichen Verkehr und Verkehrskkordination und die NLG verschiedene Szenarien für ein künftiges Nachtbusangebot im Ballungsraum Bern untersucht.

Mit dem neuen Netzvorschlag werden in der Kernagglomeration Bern die Korridore des Bernmobil-Tagesnetzes stündlich durch Moonliner-Busse bedient. Auf Strecken, die von zwei Linien befahren werden, ist ein Halbstundentakt möglich, wie die Regionalkonferenz Bern-Mittelland am Montag mitteilte. Ihr gehören 79 Gemeinden aus der Region Bern an. Ausserhalb der Kernagglomeration soll das Angebot in heutigem Umfang bestehen bleiben. Entwickelt sich die Lage längerfristig positiv, wäre der zusätzliche Einsatz von S-Bahnen denkbar. Dies ist bereits heute in anderen Städten und Agglomerationen der Fall.

Das vorgeschlagene Angebot setzt allerdings voraus, dass das heutige Tarifsystem angepasst wird, wie die Regionalkonferenz ausführte. Die Planungsstudie empfiehlt den heutigen Tagestarif plus fünf Franken. Voraussetzung für die Anerkennung der Tagestickets und Abonnemente ist die Aufnahme der NLG in den Libero-Tarifverbund und den nationalen Tarifverbund «Direkter Verkehr Schweiz».

Donnerstagnacht wird gestrichen

Das Moonliner-Angebot soll künftig nur noch in den Nächten von Freitag und Samstag betrieben werden. Für Donnerstagnacht besteht kein genügend grosses Bedürfnis. Das neugestaltete Angebot soll primär durch Einnahmen aus Fahrkarten, Nachtzuschlägen, Abonnementen und Sponsoring erfolgen. Die beteiligten Gemeinden sollen zumindest mittelfristig wie heute eine Defizitgarantie übernehmen. Langfristig möchte die Regionalkonferenz auch eine Mitfinanzierung des Kantons prüfen.

Die Studie untersucht insgesamt vier Szenarien, von der reinen Buslösung mit dem Abbau wenig wirtschaftlicher Angebote bis hin zum stark auf die Nacht-S-Bahn ausgerichteten Konzept mit Busanschlusslösungen für die Regionen. Die Regionalkonferenz schlägt mit ihren Empfehlungen einen Mittelweg ein. Die Studie geht nun bis zum 18. Oktober in die Mitwirkung. Die Unterlagen sind auf der Webseite der Regionalkonferenz Bern-Mittelland abrufbar.

Die NLG betreibt seit gut 20 Jahren unter dem Namen Moonliner 43 Nachtlinien zwischen den Grossräumen Bern, Biel, Thun, Solothurn und dem Bener Oberland. Je nach Linie gibt es in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag bis zu drei Abfahrten. In den Regionen bestehen teilweise Anschlusslinien. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird im Grossraum Bern ein reduziertes Angebot betrieben.

Für die Moonliner-Busse gilt ein spezieller Zonentarif. Die Gemeinden leisten eine Defizitgarantie an das eigenwirtschaftlich betriebene Moonliner-Angebot.

mon/sda

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