Zürcher, die Berner vernetzen

Mit dem neuen Stadtnetzwerk «Popup» will die Online-Plattform Ronorp.net nun auch im Social-Media-Markt Fuss fassen. Noch scheinen die Berner den Zürchern punkto Community-Geist etwas hinterherzuhinken.

Seit Mittwoch online: Das Stadtnetzwerk «Popup» auf Ronorp.

Seit Mittwoch online: Das Stadtnetzwerk «Popup» auf Ronorp.

(Bild: Screenshot Ronorp)

Wer eine Wohnung sucht oder eine Bekanntschaft zum Freeclimben, den führt die Suche nicht selten auf die Plattform Ronorp.net. «Inspirieren und vernetzen» sollte das Medium die Stadtbewohner Zürichs gemäss den Gründern Christian Klinner und Romano Strebel.

Mittlerweile präsentiert sich Ronorp als ein etwas unübersichtlicher Mix aus Forum, Inseraten aller Art, Gastrotipps, Werbung und Fotos für sogenannte «Stadtkinder». Nun soll der Vernetzungsaspekt noch mehr ins Zentrum rücken. Am Mittwoch ging das Stadtnetzwerk «Popup», als neue Ronorp-Startseite, online. Künftig kann jeder Abonnent ein individuelles Profil anlegen – dieses solle, so Klinner, eine «Mischung aus Steckbrief und Blog» für Einzelpersonen und Unternehmen werden. Bereits am Mittwochabend rühmen Kommentarschreiber das neue Erscheinungsbild als «übersichtlicher und stylisher», beklagen sich aber im Gegenzug über «viel längere Ladezeiten».

Der einstige Zürcher Newsletter mauserte sich seit der Lancierung von 2004 zu einem virtuellen Tummelplatz für Stadtbewohner. Bald schon ergänzten das elektronische Rundschreiben ein Userforum und ein Inserate-Marktplatz. 2008 wurde schliesslich die Berner Ausgabe lanciert, später folgten sechs weitere Städte in der Schweiz sowie Ableger in Deutschland, Österreich und Grossbritannien.

Vermeintliche Community-Trägheit

Ronorp verfügt heute schweizweit über 250‘000 Nutzer, von denen 120‘000 in Zürich und 26‘000 in Bern zu finden sind. Rund jeder dritte Zürcher und jeder sechste Berner frequentiert somit die Seite. Sind die Verantwortlichen enttäuscht über die vergleichsweise schleppend wachsende Community in Bern? Klinner verneint: Er erachte die Zahl Berns als «grossartig», zumal die Anzahl Berner Nutzer ja auch «kräftig am Wachsen» sei.

An Kostenbarrieren kann die Vernetzungsträgheit der Berner kaum liegen: Die Mitgliedschaft bei Ronorp sei stets gratis gewesen und werde es auch in Zukunft bleiben. Einzig wer sein Profil upgraden, im Newsletter erscheinen oder topplatziert werden möchte, müsse dafür Gebühren zwischen 50 und 200 Franken bezahlen.

Lustig, bereichernd oder inspirierend

Auf skurrile oder merkwürdige Annoncen kann man beim Surfen auf Ronorp auch gerne mal stossen. «Wir sind gegenüber den Inseraten sehr offen», so Kinnler. «Unsere einzige Auflage ist, dass ein Inserat lustig geschrieben, inspirierend oder durch seinen Mehrwert bereichernd ist.»

Jeden Abend machten sie eine Selektion im Newsletter - trotzdem könne es mal passieren, dass ihnen fragwürdige Beiträge durch die Lappen gingen. So stiess der aufmerksame User beispielweise vergangene Woche auf eine Stellenausschreibung für eine Nackt-Pizzakurierin.

DerBund.ch/Newsnet

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