Wenn Erklärungen einleuchten

Die Ask-Force beschäftigt sich heute mit dem, was hinten raus kommt - und mit der IKEA.

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Die Ask-Force beschlich kürzlich eine leise Nervosität – wir halten zuhanden des Protokolls fest, dass die Nervosität dabei das katzenhaft handelnde Subjekt war, da die obige Satzkonstruktion auch falsche Schlüsse erlaubt. Diese Nervosität ausgelöst hat die Erwartungshaltung von Leserin B. D., die zum Schluss ihrer Einsendung bemerkt: «So wie ich Sie kenne, haben Sie bestimmt eine einleuchtende Erklärung.» Es ist das Vorrecht der hellen Ask-Force-Köpfe, immer wieder zündende Ideen für einleuchtende Erklärungen haben zu dürfen, auf dass es auch in den Köpfen der Leserschaft tage. Die Frage, die uns Frau D. stellt, betrifft jedoch ein eher dunkles Kapitel der Menschheit: nämlich Abtritte, Latrinen und Kloaken. Gut, die Leserin nennt diese Örtlichkeiten anders, nämlich WCs. Sie schreibt: «Es fällt immer wieder auf, dass die Frauen-WCs hinter den Männer-WCs sind, Frauen also weiter laufen müssen. Auch wenn es nur ein paar Schritte sind, frage ich mich nach dem tieferen Sinn!»

Nicht restlos klar ist, was nun genau gewünscht ist. Aufklärung über den tieferen Sinn? Oder eine Einschätzung der Ask-Force, ob die beobachtete Anordnung von Frauen- und Männer-WCs tatsächlich zutrifft? Über die Positionierung von Toiletten sind auch noch andere Behauptungen im Umlauf. So wurde ein Mitglied unseres Gremiums kürzlich mit der im Brustton der Überzeugung vorgebrachten Feststellung konfrontiert, wonach Männer-WCs vorzugsweise auf der linken Seite und Frauen-WCs auf der rechten Seite des Latrinentrakts angesiedelt seien. Gewiefte Hirnforscher werden nicht müde, zu betonen, dass sich darin die Zweiteilung des humanen Oberstübchens in eine linke, rationale und ergo männliche sowie in eine rechte, empathische und ergo weibliche Hälfte manifestiere. Statistiker bemängeln die unvollständige Datengrundlage, Genderforscherinnen sagen, die Zweiteilung sei hirnverbannt.

Anhänger der grossen vereinheitlichten Theorie sind der Ansicht, dass hinten rechts im Universum ein grosses Frauen-WC verborgen liege, wohingegen sich ein Männer-Abtritt mit zahlreichen Urinalen gleich vorne links beim Jupiter befinde. Wenn dem so ist – und die Ask-Force will sich nicht in Widerspruch zur Wissenschaft setzen –, dann sollte diese Lokus-Allokation als Ausfluss der Naturgesetze nicht hinterfragt werden. Was allerdings die grössere Distanz zu den Frauen-WCs betrifft, so darf diese (Gleichberechtigung!) nicht mehr länger hingenommen werden. Es braucht kurze Wege für alle! Darum engagiert sich die Ask-Force im Internationalen Kongress zur Einrichtung von Abkürzungen (IKEA) und fordert – im Sinne der Klosettneutralität – den freien Urinalzugang. Das erleichtert die Diskussion ungemein. Denn die Schüsselwahl ist und bleibt eine Schlüsselwahl.

Kolumnen stinken nicht. Ihre Fragen uns auch nicht: askforce@derbund.ch (Der Bund)

Erstellt: 27.03.2018, 11:29 Uhr

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