Universität Bern wächst erneut

Am Montag starten knapp 17'000 neue Studierende ihr Studium an der Universität Bern – die sich eine neue Strategie gibt.

Ab Montag kein menschenleerer Raum mehr: Die neue Bibliothek auf dem Von Roll-Areal.

Ab Montag kein menschenleerer Raum mehr: Die neue Bibliothek auf dem Von Roll-Areal.

(Bild: Adrian Moser)

An der Universität Bern nehmen in diesen Tagen knapp 17'000 Studierende das neue Studienjahr in Angriff. Das sind etwa 6,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Universitätsleitung ist davon selber überrascht.

Noch vor einem Jahr ging der Vizerektor Lehre, Bruno Moretti, davon aus, dass sich die Studierendenzahlen auf hohem Niveau einpendeln würden. An der Jahreskonferenz der Berner Hochschule vom Donnerstag stellte nun Moretti fest: «Das Wachstum geht weiter wie bisher - eher noch stärker sogar.»

Die Gründe für den anhaltenden Anstieg von 10'500 Studierenden im Studienjahr 2000 auf nunmehr 17'000 sieht Moretti in der Attraktivität der Uni Bern vor allem auf Master-Ebene. Noch wichtiger sei aber der Ansturm auf die Weiterbildungsangebote. Dafür haben sich «500 unerwartete Studierende» eingeschrieben. Ein Weiterbildungsangebot zu Verhaltenstherapie beispielsweise ist an der Universität Bern sehr beliebt.

Die räumlichen Kapazitäten für diese Massen seien noch vorhanden, sagte Verwaltungsdirektor Daniel Odermatt. Die genauen Studierendenzahlen kennt die Uni wie immer jeweils erst, wenn alle Eingeschriebenen ihre Gebühren bezahlt haben. Das ist Anfang November der Fall. Derzeit basiert die Zahl von knapp 17'000 Studierenden auf Hochrechnungen.

Uni Bern gibt sich neue Strategie

Rektor Martin Täuber sprach vor den Medien von einem erfolgreichen vergangenen Jahr. Zentrales Geschäft war die Erarbeitung einer neuen Strategie. Sie heisst Strategie 2021, wird in einer dreisprachigen, gut 35-seitigen Broschüre dargelegt und ersetzt die seit 2006 geltende Strategie 2012.

Vier Teilstrategien machen die Strategie 2021 aus: Erstens ist die Universität Bern eine Volluniversität. Zweitens geben ihr fünf Themenschwerpunkte national und international Profil. Drittens erhöhen attraktive Lehr- und Lernformen die Qualität und viertens wird der akademische Nachwuchs gezielt gefördert.

Immer mehr zeige sich, dass Interdisziplinarität gefragt sei, sagte Täuber zu Teilstrategie 1. Deshalb müsse die Uni Bern unbedingt eine Volluniversität mit ihren zahlreichen Fachrichtungen bleiben. Den akademischen Nachwuchs fördern will die Uni Bern, weil sie Mühe hat, gerade lokalen Nachwuchs zu fördern.

Neu mit Zielen zur Qualitätssicherung

Mit den fünf Themenschwerpunkten der Teilstrategie 2 will die Universität Bern ihr nationales und internationales Profil weiter stärken. Diese Schwerpunkte siedeln sich in den Bereichen Nachhaltigkeit, Gesundheit und Medizin, Materie und Universum, Interkulturelles Wissen sowie Politik und Verwaltung an.

Es sind laut Uni Bereiche «von grosser gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Bedeutung». Und es handelt sich um Gebiete, in denen die Uni Bern schon bisher - etwa mit den sogenannten Kompetenzzentren - stark war. Überhaupt stellt die Strategie 2021 keine Abkehr von bisherigen Zielen dar, sondern will deren Weiterentwicklung sein.

Neu an der Strategie 2021 ist aber, dass sie Instrumente und Ziele zur Umsetzung von fünf Querschnittsaufgaben des Uni-Betriebs enthält. Dazu gehören Qualitätssicherung, Gleichstellung der Geschlechter und Kommunikation.

In der Strategie steht auch, dass die Berner Hochschule die Einnahmen aus Drittmitteln – also etwa Sponsoring – weiter steigern will und die Finanzen «in zunehmendem Masse mit Leistungen verknüpft».

bs/sda

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