Tschäppäts Karriere

Alexander Tschäppät wollte Freude vermitteln und holte grosse Sportanlässe nach Bern. Die politische Karriere des verstorbenen Berner Stapi im Rückblick.

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Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Wahlen 2004, 2008 und 2012

2004 wird Baudirektor Alexander Tschäppät (SP) mit 61,3 Prozent der Stimmen zum neuen Berner Stadtpräsidenten gewählt. Er tritt die Nachfolge seines Parteikollegen Klaus Baumgartner an. Tschäppät wurde zweimal klar im Amt bestätigt. 2012 gar mit einem rekordverdächtigen Stimmenanteil von 69,9 Prozent.

Die erste Amtszeit 2004 bis 2008

Er wolle «Freude an dieser Stadt vermitteln», «ein bisschen deblockieren» und «zeigen, dass das Glas halb voll und nicht halb leer ist», sagte Tschäppät am 1. Januar 2005 gegenüber dem «Bund». Das ist ihm gelungen, auch wenn es von Anfang an zu Nebengeräuschen gekommen ist. So konnte Tschäppät mit der Eröffnung von Klee-Zentrum, Stade de Suisse, Postfinance-Arena, Tram Bern West und der Einweihung des neuen Bahnhofplatzes brillieren. Zugleich musste er aber auf seinen Nebenverdienst als Präsident der Angestellten-Gewerkschaft KV Schweiz verzichten. Auch warfen ihm die Bürgerlichen nach den Anti-SVP-Krawallen vom 6. Oktober 2007 vor, zu wenig für Sicherheit und Sauberkeit zu unternehmen.

Im Schaufenster der Euro 08

Die Euro 08 hat Bern zu einer Imagekorrektur verholfen. Der Grossanlass versetzte Bern in den Ausnahmezustand. Die Euro 08 war aber auch ein Volksfest, was nicht zuletzt Tschäppät zu verdanken war, der sich für ein Public Viewing in der Innenstadt eingesetzt hatte.

Tschäppät hat mit vollem Körpereinsatz für die Euro 08 gekämpft.

Die zweite Amtszeit 2009 bis 2012

In der zweiten Amtszeit kann Tschäppät die Früchte seiner Wohnbaupolitik ernten: So kehren Familien wieder in die Stadt zurück – etwa in die neuen Überbauungen Brünnen und Weissenstein. Auch nimmt Tschäppät in Krisen Verantwortung wahr, indem er sich in der Affäre um den Missbrauch in der Sozialhilfe hinter die angeschossene Sozialdirektorin Edith Olibet (SP) stellt oder das illegale Anti-AKW-Dörfli vor der BKW räumen lässt. Mit der Eröffnung des neuen Bärenparks erhält die Stadt Bern ein neues Wahrzeichen, auch wenn die Bauarbeiten in einem finanziellen Fiasko endeten.

Auf politischem Glatteis bewegte sich Krisenmanager Tschäppät vorsichtig.

Das «Finale» 2013 bis 2016

In seiner letzten Legislatur brilliert Tschäppät noch einmal als Event-Organisator: Die TV-Aufnahmen vom Sommer 2016 aus der Stadt Bern als Etappenort der Tour de France waren als Werbe-Effekt wohl unbezahlbar. Auch brachte Tschäppät wichtige Geschäfte wie die Sanierung des Stadttheaters oder die Planung Viererfeld erfolgreich voran und deblockierte die Verhandlungen mit der Reitschule. Im Herbst 2015 zählte die Stadt Bern erstmals mehr als 140 000 Einwohner.

Der Bund

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