Trump befeuert Anti-WEF-Demo in Bern

US-Präsident Donald Trump kommt nach Davos ans World Economic Forum (WEF). Die Anti-WEF-Demo in Bern kommenden Samstag könnte nun zur Anti-Trump-Demo werden.

Donald Trump sorgt für Widerstand in Bern.

Donald Trump sorgt für Widerstand in Bern. Bild: Chip Somodevilla

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Ende dieses Monats trifft sich am World Economic Forum (WEF) in Davos erneut die politische und wirtschaftliche Elite dieser Welt. Für die Gegner heisst das: Protest. So hat auch dieses Jahr die Revolutionäre Jugend Gruppe (RJG) am 13. Januar zu einer Demo aufgerufen. Um den Anti-WEF Protest ist es vor allem auch in der Stadt Bern in den letzten Jahren zwar ruhiger geworden, aber die angekündigte Teilnahme des US-Präsidenten Donald Trump scheint der ganzen Aktion wieder Aufwind zu geben.

Die RJG hat auch prompt auf Facebook reagiert: «Wer noch einen Grund sucht… An die Demo gegen das WEF», postet die Gruppe auf der Plattform und verweist damit auf Trumps Teilnahme am WEF in Davos. Auch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter äussern sich Berner Politiker zu Trumps Reiseplan in die Schweiz. «Donald Trump kommt nach Davos ans WEF? Das werden wir ja noch sehen...» schreibt Juso-Chefin Tamara Funiciello auf Twitter. Klar ist für Funiciello: «Die Juso wird sicher nicht still zusehen, wenn dieser rassistische und sexistische Trottel in die Schweiz kommt.»

Der Protest gegen das WEF ist auch bei der Juso Stadt Bern ein Traktandum. Auf Twitter kündigt sie die Teilnahme an der Demo am kommenden Samstag an. «Wir rechnen mit einer lauten aber friedlichen Demo», sagt Vera Diener, Pressesprecherin der Juso Stadt Bern. Die Juso Bern wolle aber nicht auf erster Linie gegen Trump protestieren, sondern gegen das ganze WEF und ihre Akteure. Die Teilnahme sei auch schon vor Trumps Ankündigung bereits geplant gewesen. «Aber dieser sexistische Idiot ist ein Grund mehr, um auf die Strasse zu gehen», so Diener.

Um gegen Trumps Besuch zu protestieren gehen die Leute aber nicht nur auf die Strasse, sondern nutzen auch das Internet. Die 2017 neu gegründete Schweizer NGO Campax versucht mit einer Online-Petition Trumps Ankunft zu verhindern. Wir fordern «World first, statt America first» schreibt die Organisation in der Medienmitteilung. In Grossbritannien hätten breite Proteste einen Trump-Besuch bis heute verhindert. Der Online-Protest solle nun das gleiche in der Schweiz bewirken.

Behörden zeigen sich defensiv

Nach Trumps geplanter Reise in die Schweiz muss zudem die Polizei die Lage neu beurteilen. Die Kantonspolizei Bern hat schon Anfang Januar angekündigt, die Situation bezüglich der Demonstration laufend zu beobachten. Für Christoph Gnägi, Pressesprecher der Kantonspolizei Bern, sei es durchaus denkbar, dass es durch Trumps Teilnahme am WEF zu einer grösseren Teilnehmerzahl bei einer Kundgebung in der Stadt Bern kommen könne. Sowieso werde «ein entsprechendes Dispositiv gestellt.» Dieses werde gestützt auf die Lagebeurteilung an die Situation angepasst, so Gnägi.

Auch die Behörden äussern sich eher defensiv zu Trumps Einfluss auf die Anti-WEF-Demo. Gemäss Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) ist die Anti-WEF-Demo am Samstag unbewilligt. Die Stadt Bern habe schon längere Zeit Kenntnis von der Demo und könne «auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen». Dennoch werde sich die Polizei entsprechend vorbereiten. Bern Mobil werde vor allem zu kämpfen haben. «Wir rechnen mit massiver Behinderung des öffentlichen Verkehrs», sagt Nause. Ob er wegen Trumps Ankündigung mit einem erhöhten Zulauf am Samstag rechne, dazu wollte sich Nause nicht äussern.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.01.2018, 11:37 Uhr

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