Startschuss für Ausbau des Bahnhofs Bern ist gefallen

Am Samstag haben die Bauarbeiten für den Ausbau des Hauptbahnhofs Bern begonnen.

Video: sda

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Mit dem symbolischen ersten Spatenstich haben am Samstag die Bauarbeiten für den Ausbau des Hauptbahnhofs Bern offiziell begonnen. Für einmal nicht Behörden, sondern Kinder führten den Spatenstich aus.

Der Moderator des Anlasses sagte vor den Besuchern des Anlasses auf Berns Grosser Schanze, Kinder symbolisierten die Zukunft. Deshalb kämen sie zum Zug beim Spatenstich für ein Projekt, das den Bahnknoten Bern in die Zukunft führe.

Die Schaufel für den Spatenstich erhielten die Jung-Pfadfinder des Corps Schwyzerstärn Bern von Prominenten, etwa von SBB-Chef Andreas Meyer und von der bernischen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer. Die Bauarbeiten haben an sich bereits im Juli begonnen und sollen bis zum Jahr 2025 dauern.

Neuer Tiefbahnhof, neue Unterführung

Der Ausbau des Bahnhofs Bern besteht aus zwei Teilen: Einerseits wird unter einem Teil der Geleise nach Zürcher Vorbild ein neuer, viergleisiger Tiefbahnhof für einen Teil des S-Bahn-Verkehrs gebaut.

Er wird dem Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) dienen, dessen Züge von Bern aus etwa in Richtung Solothurn, Ittigen und Worb fahren. Der heutige RBS-Tiefbahnhof im Nordosten des Berner Hauptbahnhofs platzt heute aus allen Nähten.

Anderseits wird im Hauptbahnhof Bern eine zweite, A-förmige «Personenunterführung Mitte» erstellt. Dies im Westen des Gebäudekomplexes. So gibts für die Nutzer des zweitgrössten Schweizer Bahnhofs mehr Platz. Ausserdem erhält der Berner Bahnhof an den Enden dieser neuen Personenunterführung zwei neue Zugänge.

Die Kosten schätzen die Verantwortlichen auf gegen eine Milliarde Franken. Auf den Spatenstich folgte ein Fest für die Bevölkerung. Geplant war etwa ein Auftritt des Berner Musikers und Komikers Müslüm. Auch Informationsstände zum Projekt waren aufgebaut.

Bauen auch mit Vereisungen

Beim Bau des unterirdischen RBS-Bahnhofs ist geplant, eine Technik anzuwenden, die kürzlich in Rastatt D für einen siebenwöchigen Streckenunterbruch führte: das Vereisen von lockerem Material für dessen Stabilisierung. Das gab RBS-Direktor Fabian Schmid vor dem Spatenstich an einer Podiumsdiskussion bekannt.

Geplant ist, ab zirka Ende 2018 westlich des Bahnhofs Terrain unter den Geleisen zu vereisen, um dort einen Zugangsstollen zur eigentlichen Baustelle betonieren zu können. Das sagte am Rand des Anlasses RBS-Projektleiter Thomas Marti.

RBS-Direktor Schmid sagte, der RBS habe dem Bundesamt für Verkehr für diesen Projektteil ein Detailprojekt einreichen müssen. Auch sei der RBS mit den SBB am Besprechen, was getan werden müsste, wenn es zu Problemen käme.

Zu den Bauarbeiten in Rastatt, wo ein Tunnel quer unter der Rheintalstrecke hindurch gezogen werden sollte, gebe es in Bern «wesentliche Unterschiede», so Schmid. Insbesondere sei das Ausmass der geplanten Vereisung kleiner.

Eine Einsprache noch offen

Obwohl am Samstag der Spatenstich erfolgte, sind rund um die Bauarbeiten noch nicht alle offenen Fragen geklärt. Einerseits hat die Finanzmarktaufsicht des Bundes (Finma) ihre Einsprache gegen die geplante Bauplattform auf der Laupenstrasse noch nicht zurückgezogen.

Das gab Finma-Mediensprecher Vinzenz Mathys diese Woche auf Anfrage bekannt. Es liefen aber weiterhin «konstruktive Gespräche», sagt Mathys. Die Finma stört sich an der Dimension der geplanten Plattform vor ihrem Gebäude.

Anderseits hat der RBS zwar mit der Swisscom eine Einigung für die Verlegung einer Werkleitung im sogenannten Wildpark östlich des Bahnhofs gefunden, wie RBS-Sprecherin Fabienne Thommen am Freitag auf Anfrage sagte. Im Wildpark befindet sich einer der sogenannten Angriffspunkte für den Bau des neuen RBS-Tiefbahnhofs. Doch beginnt laut einer Publikation im Anzeiger der Region Bern am kommenden Montag ein Plangenehmigungsverfahren für die Verlegung der Leitung. Diese Pläne erfordern laut Thommen, dass im Wildpark weitere fünf bis acht Bäume gefällt werden müssen. (msl/sda)

Erstellt: 28.10.2017, 13:30 Uhr

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