Stadt streicht «Baumzimmer» und irritiert damit Anwohner

Die «Baumzimmer» am Centralweg sollen nun doch nicht wie geplant gebaut werden. In der Lorraine sieht man darin das Eingeständnis einer Niederlage der Stadt.

Die «Baumzimmer» sollen nun doch nicht in der geplanten Form gebaut werden.

Die «Baumzimmer» sollen nun doch nicht in der geplanten Form gebaut werden. Bild: zvg

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Es gehört zu den hart umkämpftesten Orte der Stadt Bern: Was mit dem Landstück im Centralweg passieren soll, bleibt weiterhin höchst umstritten. Nun wird die Geschichte um ein Kapitel reicher. Die Stadt hat ihre Überbauungspläne geändert und die ursprünglich geplanten Baumzimmer über den Haufen geworfen. Das berichtet die «Berner Zeitung» in ihrer heutigen Ausgabe. Am 15. Januar habe die Stadt bei ihrem Bauinspektorat die Projektänderung eingereicht. Grund: Es fehlt immer noch die Zustimmungserklärung des Nachbarn, ohne die die sich die «Bauzimmer» nicht realisieren lassen.

Die Pläne für die betroffenen vier Balkone wurden nun stark überarbeitet. Aus Ellipsen sollen nun Rechtecke werden und die Verbindung zwischen Wohnung und Balkon wurde entweder gekürzt oder ganz gestrichen. Verschwindet damit der «indentitätsstiftende Charakter» des Baus, wie es die Jury, die das Projekt als Sieger erkoren hat, beschrieb? Jurypräsident Fernand Raval verneint. «Charakter und Bezüge werden auch nach der Projektänderung weitgehend gewährleistet sein», sagt er gegenüber der «Berner Zeitung».

«Das ist doch nicht seriös»

In der Lorraine ist man über die Planänderungen höchst irritiert. «Das kommt einem Eingeständnis gleich, dass man das Projekt nicht realisieren kann», sagt Johannes Wartenweiler vom Verein Läbigi-Lorraine gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Er glaubt nicht mehr daran, dass das Projekt in dieser Form gebaut wird. «Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Stadt deswegen so viel Ärger auf sich nehmen will.»

Je länger das Projekt vor sich hingeschoben wird, desto komplizierter wurde es. «Es wird immer vermurkster, das ist doch einfach nicht seriös, was die Stadt macht», sagt Wartenweiler. Er erhofft sich, dass das bestehende Bauvorhaben abgebrochen wird und auf dem Land im Centralweg günstiger Wohnungsbau entsteht. (mer)

Erstellt: 05.02.2014, 11:54 Uhr

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