Seilziehen um SRG-Immobilien in Bern

Die SRG prüft zwei Immobilien in der Stadt Bern als Alternativstandorte für die kostspielige Giacomettistrasse. Für Letztere gibt es allerdings immer noch keinen Nachmieter.

Das Hochhaus im Ostring verursacht hohe Mietkosten. Die SRG möchte es gerne loswerden.

Das Hochhaus im Ostring verursacht hohe Mietkosten. Die SRG möchte es gerne loswerden. Bild: Adrian Moser

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Klar ist bisher nur eines: An seiner Sitzung vom 18. September wird der SRG-Verwaltungsrat über die «mögliche Verlegung eines Teils des SRF-Radiostudios» von Bern nach Zürich reden, wie die SRG-Pressestelle auf Anfrage festhält. Ob das Gremium auch einen Entscheid fällen wird, sei aber noch offen. Über die Standortfrage werde der Verwaltungsrat der SRG aber «noch diesen Herbst» entscheiden – sowohl betreffend das Radiostudio an der Schwarztorstrasse als auch die Generaldirektion mit Sitz an der Giacomettistrasse, schreibt die Pressestelle.

Als Gründe für die Umzugspläne hat die SRG-Spitze bisher vor allem Kostenargumente ins Feld geführt. Mit dem Umzug des Radiostudios und der Bildung eines Newsrooms in Zürich soll zudem die Digitalisierung vorangetrieben werden.

Bei den Kosten fällt vor allem die Generaldirektion im Ostring ins Gewicht, die jährliche Mietkosten von gegen fünf Millionen Franken verursacht. Die SRG möchte den Mietvertrag für das Hochhaus an der Autobahn so rasch wie möglich loswerden. An Alternativen dazu ist kein Mangel. Die Stadt Bern hat dem Unternehmen nicht weniger als 18 Liegenschaften vorgeschlagen. Die SRG ist zurzeit daran, zwei davon intensiver zu prüfen, wie zwei Quellen unabhängig voneinander bestätigen.

Verwaltungsrat im Unklaren

Mit Rücksicht auf die laufenden Verhandlungen wollen dies aber weder die SRG noch die Stadt Bern bestätigen. «Der Ball liegt bei der SRG», lässt Blaise Kropf, Generalsekretär von Stadtpräsident Alec von Graffenried, verlauten. Dem Vernehmen nach sind selbst die Mitglieder des SRG-Verwaltungsrates noch im Unklaren. Sie erhalten erst wenige Tage vor dem 18. September die Anträge der Geschäftsleitung. Was diese konkret beinhalten, ist auch für Insider offen. Dies vor allem deshalb, weil für die Giacomettistrasse immer noch kein Nachmieter gefunden wurde, obwohl die Stadt der SRG bei der Suche behilflich ist.

Bei der Immobilienfrage stand bisher eine Paketlösung im Vordergrund: Die SRG-Generaldirektion kann die Giacomettistrasse zugunsten einer kostengünstigeren städtischen Liegenschaft verlassen. Und die Stadt übernimmt von der Genossenschaft SRG Bern-Freiburg-Wallis als Grundeigentümerin das Radiostudio an der Schwarztorstrasse im Baurecht, um dieses zu einem minimen Baurechtszins ans Radiostudio weiterzuvermieten. Die Kostenersparnis in diesem Fall beträgt aber maximal 238000 Franken pro Jahr. Angesichts eines Sparziels von 100 Millionen Franken für die ganze SRG sind das Peanuts, selbst wenn man die fünf Millionen Franken Ersparnis bei einem Auszug aus der Giacomettistrasse noch mitberücksichtigt.

Der Spareffekt dürfte bei der Standortfrage aber kaum den Ausschlag geben. So betont etwa SRF-Kadermann Urs Leuthard in der «SonntagsZeitung» die «digitale Entwicklung», die einen Zusammenschluss von Journalisten und Technikern in einem Newsroom in Zürich notwendig mache. Der von Mitgliedern des Radiostudios erarbeitete Vorschlag für ein Audio-Kompetenzzentrum in Bern liess die SRF-Spitze aber bis heute unbeantwortet. So werden für den stark regional zusammengesetzten Verwaltungsrat wohl auch politische Faktoren ins Gewicht fallen. Die Hauptstadtregion gab bekannt, dass sie ein Unterstützungskomitee für den Standort Bern gegründet hat. (Der Bund)

Erstellt: 29.08.2018, 06:46 Uhr

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