Schluss, Ende, aus und vorbei

Meister SC Bern verpasste mit der 0:1-Niederlage in Kloten den Einzug in den Playoff-Final.

Enttäuschte Berner nach der verlorenen Halbfinalissima. (Keystone)

Enttäuschte Berner nach der verlorenen Halbfinalissima. (Keystone)

Ronnie Rüeger reckte seine Fanghand in die Höhe, den Puck tief darin verborgen. Sein Gegenüber Marco Bührer hatte eben erst einem sechsten Feldspieler Platz gemacht, Martin Plüss war auf den Kloten-Goalie zugestürmt und hatte abgedrückt. Doch der Flyers-Schlussmann war auch jetzt, in der letzten Minute, so sicher wie zuvor im ganzen Spiel und so abgeklärt, wie er dies schon in den ersten drei Partien der Serie gewesen war, in denen die Zürcher den Grundstein zum 4:3-Erfolg im Halbfinal gelegt hatten. «Wir haben die Serie nicht heute Abend verloren, sondern in den Spielen 2 und 3, als wir ihnen zu viele Geschenke verteilten», bilanzierte SCB-Trainer Larry Huras.

Diese letzte Szene war symptomatisch für den Abend, der für Meister SC Bern das Ende der Saison bedeutete. Nicht ein einziges Tor brachte er in seinem letzten Spiel dieses Winters zustande. «Wenn man 60 Minuten lang kein Goal schiesst, ist es schwierig, zu gewinnen», bemerkte Ivo Rüthemann hinterher lapidar.

Fehlende Energie

Die Berner waren fahrig in diese siebte Halbfinal-Partie gestartet. Das gaben sie auch unumwunden zu. «Wir kamen energiemässig nicht ins Spiel», sagte Plüss. «Kloten dünkte mich schneller unterwegs als zuletzt», sagte Rüthemann. Und Bührer: «Die Flyers konnten noch einen Zacken zulegen – wir nicht.» Es schien fast, als wollte der SCB nur ja keinen Fehler begehen. Abtastend ging er vor, das Forechecking war kaum vorhanden. Die frühe Entscheidung leitete schliesslich Joel Kwiatkowski ein, als er anders als sein Gegner im Boxkampf, Eric Blum, zwei plus zwei Strafminuten kassierte und den Klotenern so das erste Powerplay ermöglichte. «Wieder eine dumme Strafe», ärgerte sich Huras. Es war nicht das erste Mal in diesem Playoff, dass der kanadische Verteidiger seinen Hitzkopf gezwungenermassen auskühlen musste: Mit 34 Strafminuten steht er auf dem unrühmlichen 4. Rang der Playoff-Statistik.

Sein Pendant bei den Kloten Flyers, Mark Bell, sammelte sogar noch 10 mehr. Mit seinem Powerplay-Tor im Fallen nach exakt 12 Minuten rehabilitierte er sich aber zumindest dafür.Kloten hätte die Partie viel früher entscheiden können, ja müssen. Spätestens zehn Minuten vor Schluss, als Samuel Walser, von Stancescu angespielt, das offene Tor vor sich hatte. Der 18-Jährige verkörperte gestern Abend das, was den Bernern fehlte: die Unbeschwertheit.

Zahlreiche Ausgleichschancen

Auch der SCB hatte seine Chancen zum Ausgleich, doch Rüeger war gegen den alleine heranstürmenden Martin Plüss schneller am Puck (14.), Blum klärte gegen Rüthemann (26.), Plüss zeigte Nerven im Sololauf von der Strafbank (29.), Roche traf im Powerplay nur das Aussennetz (42.), und Vermin fehlte diesmal die Coolness (48.).

Das Publikum in der ausverkauften Kolping-Arena trug die Klotener zum Sieg. Echorufe hallten durch das Oval, immer wieder standen die 7624 Zuschauer auf, klatschten rhythmisch in die Hände. Und als die letzte Sirene ertönte, feierten sie die Spieler mit «Finale»-Gesängen.Huras blieb derweil nur die Hoffnung, dass sein Team aus diesem Ausscheiden lernen wird: «Du musst in jedem Spiel kämpfen, als ob es das letzte wäre.»

Der Bund

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