Raclette vor der Reitschule

Die neuen Platzmanager der Berner Schützenmatte haben ihr Winterprogramm bekanntgegeben.

So könnte das Angebot auf der winterlichen Schützenmatte aussehen.

So könnte das Angebot auf der winterlichen Schützenmatte aussehen.

(Bild: zvg)

Calum MacKenzie@CalumMacKenzie0

Vor der Reitschule kriegt der Joint-Rauch einen Konkurrenten um die olfaktorische Dominanz: geschmolzenen Käse. Auf der Schützenmatte wird ab Mitte November ein Raclettestübli anzutreffen sein – unter dem Dach eines grossen Zirkuszelts.

«Das ist das erste Projekt, das aus unserer Feder stammt», sagt Platzmanager Christoph Ris. Sein Verein Platzkultur leitet seit Beginn dieses Monats die Gestaltung der dreijährigen Zwischennutzung des Raumes. In den letzten Jahren hatte der Verein Neustadtlab für die sommerliche Bespielung der Schützenmatte gesorgt.

Erstmals gibt es nun auch im Winter auf dem ehemaligen Parkplatz ein kulturelles Angebot. Das Raclettestübli im Zelt wird die aus Schiffscontainern bestehende Grundinfrastruktur beibehalten und von den Betreibern des auf der gegenüberliegenden Strassenseite angesiedelten Clubs Kapitel geführt. Auch für den Bereich ausserhalb des Zelts seien Projekte geplant, sagt Ris. Diese seien aber noch nicht spruchreif. «Für weitere Ideen von anderen Anbietern sind wir offen».

Zirkuszelt ohne Konsumzwang

Derzeit seien Verhandlungen mit der Stadt bezüglich Bespielung des Platzes noch im Gange. Am 20. September hat der Stadtrat einen Kredit von 450'000 Franken für die Zwischennutzung bis 2021 gesprochen. Eine Bedingung bei der Ausschreibung der Stadt war das Gastrechts des Luna-Parks auf dem Platz gewesen. Für diesen werde es laut Ris auch neben dem Zelt, das 500 Quadratmeter und damit rund einen Zehntel der Fläche der Schützenmatte abdecken soll, Platz haben. «Wir hoffen, dass wir helfen können, den Luna-Park etwas attraktiver zu machen.» Die Einzelheiten dieser Koexistenz seien eines der Diskussionsthemen mit den städtischen Behörden.

Auch mit den Betreibern der benachbarten Reitschule liefen die Gespräche gut. «Die Schützenmatte ist ein umstrittener Ort», sagt Ris, «aber noch gibt es keine Konflikte.» Das Raclettestübli und das Zelt hätten für keine Proteste vonseiten der Reitschüler gesorgt. «Der Aussenbereich und zwei Drittel des Zeltinneren werden Freiraum bleiben», erklärt Ris – der Eintritt in das Zelt wird kostenlos. Zwar werde es einige bediente Tische geben, «an denen man vielleicht nicht gerade mit dem Dosenbier hinhocken kann.» Unter dem Dach werde es aber genügend weitere Sitzgelegenheiten haben.

DerBund.ch/Newsnet

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