Pflege wehrt sich mit Petition gegen Entscheid der Insel-Leitung

Die Inselspitze beharrt auf eine künftige Konzernleitung ohne Vertretung der Pflege. Diese leisten nun mit einer Petition Widerstand.

In einem offenen Brief forderte das Pflegepersonal des Inselspitals nach einer «expliziten und eigenständigen Vertretung» in der Konzernleitung.

In einem offenen Brief forderte das Pflegepersonal des Inselspitals nach einer «expliziten und eigenständigen Vertretung» in der Konzernleitung. Bild: Manu Friederich

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In der am Donnerstagnachmittag lancierten Petition mit dem Titel «Neue Führungsstruktur Insel Gruppe – so nicht!» fordert das Pflegepersonal als zentraler Punkt die Vertretung in der strategischen Unternehmensleitung. Die Entscheidungsträger schienen sich den Konsequenzen nicht bewusst zu sein, schreiben die Petitionäre. Sämtliche Berufe, welche den Grossteil der Patientenbetreuung übernehmen, verlören die Mitbestimmung bei zukunftsträchtigen Entscheidungen. Dies sei ein «strategischer Fehler» und schade letztlich dem Patienten, teilten die Petitonäre mit.

Trotz Gesprächen keine Einigung erzielt

Die Petition wurde lanciert, obwohl am Mittwoch Gespräche stattfanden zwischen der Leitung der Inselgruppe, dem Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) und dem Verband Schweizerischen Assistenz- und Oberärzte (VSAO). Zu den Gesprächen sagte die Präsidentin des SBK Cornelia Klüver, dass bisher noch keine Lösung gefunden worden sei. Der Protest sei deshalb «noch lange nicht» vorbei. Trotzdem sei das Gespräch insgesamt «konstruktiv» verlaufen. Beide Parteien seien bemüht, Lösungen im Konflikt zu finden, sagt Klüver.

Von der Geschäftsleitung war Holger Baumann an den Gesprächen anwesend. Der Insel-CEO begründete seitens Leitung der Insel-Gruppe den Entscheid des Verwaltungsrats. Für eine direkte Stellungnahme war bislang von der Insel-Gruppe noch niemand erreichbar.

Entscheid löste grossen Unmut aus

Geht es nach dem Verwaltungsrat der Insel-Gruppe soll in der neuen Konzernleitung die Pflege künftig nicht mehr direkt mitreden. Dieser Entscheid, der voraussichtlich schon am 1. Juli in Kraft treten, wird führte zu grossem Unmut beim Pflegepersonal. Der Berufsverband kritisierte die Massnahme angesichts der zunehmenden Bedeutung der Pflege als «völlig anachronistisch». Beim Pflegepersonal, welches rund 50 Prozent der 8000 Mitarbeiter des Unternehmens ausmacht, kündigte man Protestaktionen an und drohte teilweise sogar mit Streik. Auch die Führungskräfte des Pflegepersonals beteiligen sich am Protest. In einem offenen Brief vom Montag schreiben die 45 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, dass man an der Forderung nach einer «expliziten und eigenständigen Vertretung» in der Konzernleitung festhalte (Der «Bund» berichtete). (Der Bund)

Erstellt: 01.06.2017, 18:12 Uhr

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