Neustart des Veloverleihsystems verzögert sich

Publibike braucht länger als erhofft, um die Schlösser der Verleihvelos in der Stadt Bern auszuwechseln.

Da das momentane Schloss der Velos kinderleicht zu knacken ist, sei eine externe Prüfung der nachgerüsteten Schlösser nötig.

Da das momentane Schloss der Velos kinderleicht zu knacken ist, sei eine externe Prüfung der nachgerüsteten Schlösser nötig.

(Bild: Adrian Moser)

Fabian Christl

Berns Veloverleihsystem kann den Betrieb nicht wie angekündigt am Sonntag wieder aufnehmen. Die Betreiberfirma Publibike braucht also länger als ursprünglich kommuniziert, um die Fahrräder mit diebstahlsicheren Schlössern aufzurüsten. Wie Postauto-Sprecherin Valérie Gerl auf Anfrage sagt, seien die Stadt Bern und Publibike zum Schluss gekommen, dass eine externe Prüfung der nachgerüsteten Schlösser nötig sei. «Dieses aufwändige Prüfverfahren führt zu einer Verzögerung.» Gerl bestätigt damit eine Meldung des Online-Portals Watson.

Wann das Verleihsystem den Betrieb wieder aufnimmt, ist derzeit noch offen. Publibike gibt keinen Zeitplan bekannt. Sprecherin Gerl lässt aber durchblicken, dass dies noch eine Weile dauern könnte. So läuft derzeit noch das erwähnte externe Prüf- und Freigabeverfahren. Erst wenn die externen Prüfer das neue Schliesssystem abgesegnet hätten, könnten die mechanischen Teile industriell gefertigt werden. «Danach kann der definitive Zeitplan erstellt und mit der Nachrüstung der Schlösser gestartet werden.» Klar ist, dass Publibike erst wieder an den Start geht, wenn mindestens 300 Velos einsatzfähig sind.

Noch 53 vermisste Velos

Das Berner Veloverleihsystem hat den Betrieb Ende Juni mit 700 Fahrrädern aufgenommen. Das neue Angebot stiess auf reges Interesse. Die Probleme begannen Mitte August, als bekannt wurde, dass sich die Schlösser kinderleicht knacken liessen. Es genügte dafür ein platzierter Stoss an die Schliessvorrichtung, etwa mit einem Smartphone (der «Bund» berichtete).

Anfänglich wollte Publibike die Schlösser im laufenden Betrieb schrittweise aufrüsten. Da sich die Information zu den fehlerhaften Schlössern schnell verbreitete, stieg die Zahl der Diebstähle rasch an. Zwischenzeitlich fehlten mehrere Hundert Fahrräder. Schliesslich zog die Betreiberin die Notbremse, und zog alle verbliebenen Fahrräder aus dem Verkehr.

Viele der geklauten Fahrräder konnten mittlerweile wieder aufgefunden werden. Vor allem die Elektrovelos verlieren an Attraktivität, wenn der Akku einmal leergefahren ist. Publibike hat die Bevölkerung schon mehrmals aufgefordert, herrenlose Verleihfahrräder zu melden. Am Dienstagnachmittag fehlten noch 53 Fahrräder. Jeden Tag würden mehr Velos wiedergefunden, wie Sprecherin Gerl sagt.

Auch Zürich muss warten

Publibike ist neben Bern auch in Zürich präsent. Dort ergaben sich leicht zeitversetzt dieselben Probleme. Ab dem 23. August wurden in der Wirtschaftsmetropole die Velos eingezogen, um die Schlösser umzurüsten. Publibike setze alles daran, die Zürcher Leihvelo-Flotte den Kundinnen und Kunden rasch wieder zur Verfügung zu stellen, sagt Gerl. Derzeit sei aber noch offen, wann genau, dass der Fall sein wird.

Der Bund

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