Neuer Bärenwald für zwei russische Geschenke

Die gestrige Eröffnung der ersten Bärenwaldetappe erschliesst Mischa und Mascha neue Horizonte.

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«Der grösste Gewinn für die beiden Bären ist ganz klar, dass sie nun rund um die Uhr draussen sein und ihren eigenen Rhythmus leben können», sagt Tierparkdirektor Bernd Schildger bei der offiziellen Eröffnung des neuen Geheges für die zwei Mutzen. «Sie können Höhlen graben, sich selber einen Platz für die Nacht suchen oder sich verstecken, wie es ihnen beliebt.» Folge davon kann jedoch sein, dass die Besucherinnen und Besucher nicht mehr zwingend freie Sicht auf die Tiere haben. «Wir möchten damit erreichen, dass sich die Menschen mehr Zeit nehmen, die Tiere und deren Lebensraum zu entdecken», sagt Thomas Zurbuchen, Revierleiter Bär.

1,5 Millionen von Gönner

Der neue Bärenwald wurde von den Mitarbeitern des Tierparks in Eigenregie gebaut, Baubeginn war im Januar 2011. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,95 Millionen Franken, davon stammen 1,5 Millionen Franken von einem anonymen Spender. Bereits vor der Schenkung von Mischa und Mascha durch den russischen Präsidenten und seine Gattin im September 2009 wurden die Gelder vom Berner Gemeinderat für die Gesamtplanung des Tierparkumbaus gesprochen. «Es ist also nicht so, dass extra für die beiden Bären Gelder bewilligt werden mussten», sagt Schildger. «Wir wussten bereits beim Erhalt der Bären, dass wir Platz für sie haben werden, denn Umbauarbeiten wären so oder so realisiert worden.»

Bärengerechter Wald

Die gesamte Anlage wird eine Fläche von circa 6000 Quadratmetern umfassen, der gestern eröffnete nördliche Teil misst 3500 Quadratmeter, so viel wie das alte Bärengehege im Dählhölzli. Die Eröffnung des südlichen Teils plus Beobachtungsgebäude für die Besucher erfolgt im nächsten Jahr an Ostern. Nebst der flächenmässigen Vergrösserung und dem Pflanzen von Bäumen zur Schaffung eines bärengerechten Waldes wurden auch sicherheitstechnische Optimierungen vorgenommen. «Der oberirdische Zaun ist höher, und es wurde ein Untergrabschutz bis in eine Tiefe von 1,5 Metern eingebaut», sagt Zurbuchen. So könne man ohne Probleme die Bären auch in der Nacht im Freien belassen, da diese zu später Stunde nicht zwingend schlafen würden.

Dutzende Bäume, Hunderte Sträucher und unzählige Stauden und Kräuter wurden im Gehege neu gepflanzt. Riesige Haufen aus Ästen und ganzen Baumstämmen dienen den Bären als Spiel- und Versteckplätze und helfen mit, den Bärenwald so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten – damit keine Langeweile aufkommt. Die Fütterung der Bären wird in Zukunft ebenfalls im abwechslungsreichen Gelände stattfinden. Damit dies für die Tierpfleger keine Risiken birgt, werden die Tiere einmal im Tag in die Stallung genommen. In dieser Zeit wird das Futter auf dem gesamten Gelände verteilt und versteckt. Die Winterruhe können Mischa und Mascha ebenfalls unter freiem Himmel abhalten – wie es ihnen beliebt. «Wir überlassen dies Mischa und Mascha selbst», sagt Zurbuchen. «Die Stallungen sind zu Beginn des Winters einfach geöffnet.»

Auch Nachwuchs wäre denkbar

Bei Mischa und Mascha handelt es sich um ussurische Braunbären (Ursus arctos lasiotus). Geboren wurden sie vermutlich im Januar 2009, im April 2009 dann als verlassene Waisen in den Wäldern Ussuriens gefunden. Seit September 2009 leben sie in Bern, überbracht als Geschenk von Präsident Medwedew und seiner Frau im Rahmen eines russischen Staatsbesuches; damals wogen die beiden Fellknäuel gerade mal 10 Kilogramm. Heute bringt das Weibchen Mascha rund 120 Kilogramm auf die Waage, das Männchen Mischa knapp 180 Kilogramm. Wie schwer und wie gross genau die Tiere in ausgewachsenem Zustand werden, ist nicht ganz klar. «Da lassen wir uns überraschen», sagt Zurbuchen. «Aber so 400 bis 500 Kilogramm könnten es schon werden.» Die Grösse kann in aufgerichteter Position bis 2,8 Meter betragen.

Auch Nachwuchs wäre bei Mischa und Mascha denkbar. «In Gefangenschaft werden die Bären grundsätzlich früher geschlechtsreif», sagt Zurbuchen. «Aber ich schätze, dass allerfrühestens im kommenden Winter etwas in diese Richtung geschehen könnte.» In dem Fall würde nach der Geburt Vater Mischa im abtrennbaren Teil Süd leben. Und Bern wäre erneut um tendenziell zwei kleine, putzige Bärchen reicher, was auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät freuen würde. Bei seiner Rede zur Eröffnung der ersten Bärenwaldetappe sagt er: «Wir in Bern leben unser Wappentier – nicht wie Zürich oder Berlin.» (Der Bund)

Erstellt: 01.07.2011, 07:28 Uhr

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