Neuauflage mit Parallelen

Wieder treffen die Frauen von YB im Cupfinal auf Yverdon. Und wieder gewannen die Bernerinnen die Hauptprobe. Doch diesmal sind sie gewarnt.

Soll sich im Cupfinal wiederholen: Jubelnde Bernerinnen Veronica Maglia (links) und Michaela Burkhard. (Keystone)

Soll sich im Cupfinal wiederholen: Jubelnde Bernerinnen Veronica Maglia (links) und Michaela Burkhard. (Keystone)

Rückblende: Man schrieb den 15. Mai 2010. Im aargauischen Wohlen bestritt das Frauen-Team der Young Boys den Cupfinal gegen Yverdon Féminin. Die Meisterschaftspartie eine Woche zuvor in Yverdon hatten sie 4:2 gewonnen und waren damit in der Tabelle am Gegner vorbeigezogen. Beim Saisonhöhepunkt glichen die Bernerinnen zwei Mal aus und erzwangen so eine Verlängerung. In der 107. Minute mussten sie dann aber das 2:3 durch die nachmalige Spielerin des Jahres, Caroline Abbé, hinnehmen.

Am Ostermontag in Winterthur (15.00, Schützenwiese) kommt es zur Neuauflage der letztjährigen Begegnung. Und Parallelen gibt es noch mehr: Wieder kam es in der Meisterschaft (diesmal in der neu geschaffenen Finalrunde) am vergangenen Wochenende zum Duell, wieder gewann YB (diesmal 1:0), und wieder überholten die Bernerinnen in der Tabelle den Gegner (diesmal, um erneut die Spitze zu übernehmen).

Erst eine Niederlage

Und doch ist einiges anders. Die Young Boys erwischten im zweiten Jahr unter Trainer Rolf Kirchhofer einen deutlich besseren Start in die Saison, blieben in den ersten 13 Partien unbezwungen und verloren bloss eine der 18 Qualifikationsrunden. Was die Bernerinnen am Ende der vorangegangenen Spielzeit entwickelt hatten, nämlich Rückstände in Vorsprünge umzuwandeln und auch enge Spiele für sich zu entscheiden, konnten sie fortsetzen. Im Viertelfinal des Cups rangen sie den B-Ligisten Schlieren nach einem 0:2-Rückstand 3:2 nieder, im Halbfinal drehten sie gegen St. Gallen ein 0:1 in ein 2:1. «Früher kam schnell Panik auf, heute ist das Vertrauen in die eigenen Qualitäten viel grösser», hat Kirchhofer erkannt. In der Meisterschaft vermochte YB als einziges Team Yverdon eine Niederlage zuzufügen; mit einem Punkt Vorsprung (nach Halbierung der Punkte) stiegen die Bernerinnen als Leader in die Finalrunde.

Spätestens da änderte sich die Zielsetzung. «Ursprünglich wollten wir einfach an der Spitze mitspielen und nicht wieder den ersten zwei Teams hinterherrennen wie in der letzten Saison», blickt Kirchhofer zurück. «Aber nun, wo wir als Erster in die Finalrunde eingezogen sind und noch dazu im Cupfinal stehen, muss das Ziel ein Titel sein.» Dass seinem Team noch einmal das Gleiche widerfährt wie vor Jahresfrist, glaubt er nicht: «Wir haben unsere Lehren daraus gezogen.»

Chamots Erinnerungen

Was dies konkret bedeutet, erklärt Janine Chamot. Die Torhüterin der Young Boys erinnert sich noch genau an die grosse Enttäuschung, die den grossen Erwartungen gefolgt war: «Spricht jetzt eine Spielerin in der Garderobe davon, was wir nach dem Match tun werden, wird sie sofort vom Rest des Teams daran erinnert, dass wir zuerst spielen müssen, bevor wir überhaupt an etwas anderes denken dürfen.»

Chamot ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im Team von Kirchhofer. Für ihn ist die 28-Jährige, die vor zwei Jahren aus beruflichen Gründen aus dem Schweizer Nationalteam zurücktrat, gar die beste Torhüterin in der Schweiz. «Nach zehn Jahren auf höchster Stufe verfügt sie über viel Erfahrung und ist eine Leaderin. Sie ist technisch gut, kann auch mit dem Ball am Fuss etwas anfangen und hat zudem ihre physischen Defizite aufgearbeitet», sagt Kirchhofer. Chamot gibt die Lorbeeren weiter an ihre Teamkolleginnen: «Alleine wäre ich nicht so stark. Wir kennen uns nun schon so lange, da funktioniert das Zusammenspiel mit der Verteidigung sehr gut.» Das Team sei noch mehr zusammengewachsen und habe durch die taktische Variante – zum 4-4-2 führte Kirchhofer auch das 3-5-2 ein – zudem mehr Möglichkeiten erhalten.

16. Cupsieg als Premiere

Am Montag können die Young Boys wieder auf Topskorerin Veronica Maglia zählen, die nach ihrer Verletzungspause am letzten Wochenende gegen Yverdon ihr Comeback gab und gleich den Siegtreffer erzielte. Ausnahmsweise wird heute Samstag trainiert, und durch die ungewohnte Anspielzeit mitten am Nachmittag wird das Team am Montag früh nach Winterthur reisen und unterwegs gemeinsam zu Mittag essen. Um sich für die Revanche zu stärken. Und um so den ersten Titel als «Young Boys» zu sichern. Es wäre der 16. Cupsieg der Rekord-Pokalgewinnerinnen aus der Bundesstadt, die aus dem FC Bern hervorgingen und sich 2009 dem Grossverein anschlossen.

Soll sich im Cupfinal wiederholen: Jubelnde Bernerinnen Veronica Maglia (links) und Michaela Burkhard. Foto: Keystone

Der Bund

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