Nachtlebenkonzept: Die grossen Erfolge stehen noch aus

«Work in progress»: Die Verantwortlichen ziehen ein mehrheitlich positives Fazit zu den 18 Massnahmen, die im Nachtlebenkonzept vor 15 Monaten beschlossen wurden. Allerdings stehen die grössten Brocken noch bevor.

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«Noch einiges an Arbeit», «Teilerfolg», «Work in progress», «in Arbeit»: So richtig euphorisch klingt die Medienmitteilung nicht, welche der Gemeinderat am Mittwoch versandte. Es geht um ein Zwischenfazit zum Konzept Nachtleben, welches vor 15 Monaten vorgestellt wurde und 18 Punkte umfasste. Diese sollten Berns Nachtleben attraktiver gestalten und Nutzungskonflikte verringern.

Trotz der vorsichtigen Wortwahl: Die Stadt Bern ziehe nach einem Jahr eine grundsätzlich positive Bilanz zum Konzept. «Wir konnten bereits mehrere Massnahmen umsetzen und sind mit dem Konzept insgesamt auf Kurs», sagte Sicherheitsdirektor Reto Nause vor Medienvertretern bei einer Konferenz im Club Bonsoir.

Erfolgreich eingeführt wurden etwa die Ausweitung des Security-Konzepts, die Pilotprojekte zur Vermittlungsstelle Nachtleben und zu Spontanbewilligungen oder die zusätzlichen Toilettenanlagen in der Oberen Altstadt.

Jugendclub nicht spruchreif

Damit stehen die grossen Brocken des Konzepts noch aus: die Frage etwa, ob die Stadt Bern im Rahmen einer Kommunalisierung des Gastgewerbegesetzes mehr Freiräume in der Bewilligungspraxis erhalten darf, ist noch offen. Ein entsprechender Vorstoss aus dem Grossen Rat ist hängig. Nachtleben und Gastronomie betreffe die Menschen vor Ort direkt, also sollte auch die Gemeinde entscheiden können und nicht der Kanton, sagte Nause.

Auch der Plan, wie die Nägeligasse 2 künftig als Club für jüngere Nachtschwärmer genutzt werden soll, ist nicht spruchreif. Der Gemeinderat entscheidet erst Anfang 2015, ob die Betreibung ausgeschrieben werden soll oder ob die Stadt selbst die Schirmherrschaft übernimmt.

Besseres Image gewonnen

Als positiv wertete Nause, dass ein breiter Dialog in Gang gekommen sei. Man fokussiere nicht mehr nur auf Probleme des Nachtlebens, sondern diskutiere auch über Chancen.

In der öffentlichen Diskussion werde erkannt, dass das Nachtleben ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sein, einen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt leiste und für viele Bernerinnen und Berner ein Stück Lebensqualität sei, sagte Nause.

Die wichtigsten Meilensteine in der Debatte um das Berner Nachtleben in der Chronik:

hjo

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