Minnesang und Fleischgelüste

An diesem Wochenende kommt man an den vielen Veranstaltungen in Bern nicht vorbei. Ein Augenschein vor Ort.

IT-Systemtechnikerin Christina Höfer erklärt, wie es sich als eine der wenigen Frauen an der «BBQ Master Series» anfühlt und auf was beim Grillen geachtet werden muss.
Marina Stalder@MarinaStalder

Schon von weitem hört man das Brutzeln auf den Grills. Je näher man dem Waisenhausplatz kommt, desto stärker wird auch der Geschmack nach saftigem und teilweise leicht angebranntem Fleisch. Als wäre man in einer der bekannten Grill-Werbungen aus dem Fernsehen gelandet, fühlt sich, wer schliesslich auf dem Platz steht. Unzählige Grills stehen in Reih und Glied und rauchen vor sich hin. In den dazugehörigen Pavillons liebkosen die Teams ihr Fleisch und massieren es zärtlich mit Marinade ein.

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Der Regen prasselt unablässig auf die Dächer der Pavillons an der «BBQ Master Series». So ist auch der Andrang der Besucher noch eher mager, einzelne Fleischesser zieht es aber von Stand zu Stand, um von den gegrillten Waren zu probieren. Unterdessen trifft man im Hauptzelt hohe Prominenz an: Schwingerkönig Matthias Glarner lacht brav in die Kameras, gibt Autogramme und spielt mit Kindern Würfelspiele. Die zubereiteten Gerichte müssen abgegeben werden, die Jury bewertet diese, dann beginnen sich die Teams schon auf den nächsten Gang vorzubereiten.

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Wem es unter den Fleischliebhabern etwas zu viel wird, begibt sich weiter nach unten in die Altstadt und wägt sich schon bald in einer anderen Zeit. Hofdamen, Minnesänger, die ihre Lieder zum Besten geben und andere Gestalten, welche schon längst verschwunden schienen, bevölkern die Strassen und Plätze, um das Mittelalter und das 600-jährige Rathaus gebührend zu feiern.

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Während ein Alchemist von seinen Abenteuern mit Drachen erzählt, spielt eine Gruppe von Gauklern Lieder in einer Sprache, die das Gros der Zuhörer wohl nicht mehr zu verstehen vermag. Mittlerweile lässt der Regen wieder etwas nach. In einem Topf, der über einem Holzfeuer hängt, blubbert eine suppenähnliche Substanz vor sich hin. Hin und wieder laufen Besucher zum Topf, werfen einen neugierigen Blick hinein, um sich dann von einem vorübereilenden Narren ablenken zu lassen und von dannen zu ziehen.

Der Bund

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