Lieber überschwemmt als eingemauert

Das Berner Altenbergquartier kämpft gegen den Hochwasserschutz. Mehr als 5000 Personen haben bisher die Petition gegen die geplante Mauer unterzeichnet.

Anwohner im Altenberg haben ein Tuch montiert, das die Höhe der geplanten Schutzmauer anzeigen soll.

Anwohner im Altenberg haben ein Tuch montiert, das die Höhe der geplanten Schutzmauer anzeigen soll.

(Bild: Ruben Wyttenbach)

Der Widerstand gegen die geplanten Hochwasserschutzmassnahmen im Berner Altenbergquartier wächst. Mehr als 5500 Personen haben bislang eine Petition gegen die vorgesehene Schutzmauer unterschrieben, wie die Interessengemeinschaft «Save our Aare» mitteilte.

Sie lud am Samstag zu einem Protestfest im Quartier ein. Mit der Petition wird die Stadtregierung aufgefordert, auf die Schutzmauer zu verzichten, den Baumbestand zu erhalten und den Uferweg im heutigen Zustand zu belassen.

Die geplante Verbauung sei eine Luxuslösung und zugleich ein massiver Eingriff in die Natur. Notwendig sei sie höchstens in unmittelbarer Nähe der Untertorbrücke. Im übrigen sei der Altenberg von der Hochwasserproblematik im Vergleich zu anderen Aarequartieren nicht gross betroffen.

Der Wasserbauplan lag von Mai bis Juli öffentlich auf. Mehr als fünfzig Personen nutzten die Gelegenheit, um Einsprache gegen die im Altenberg geplanten Massnahmen zu erheben.

Die Berner Aarequartiere waren zuletzt 1999 und 2005 von Hochwassern heimgesucht worden. 2013 gaben die Stimmberechtigten das Geld für die Ausarbeitung eines Wasserbauplans frei, der einen langfristigen Hochwasserschutz gewährleisten soll. Der definitive Plan und der Baukredit wird nochmals dem Stadtberner Stimmvolk vorgelegt werden.

Der Kostenvoranschlag für alle Massnahmen beträgt 132,5 Millionen Franken. Wer wie viel zahlt, müssen Bund, Kanton, Stadt und der Energieversorger ewb noch klären. Die Stadt Bern geht davon aus, dass sie 50 bis 60 Millionen Franken zahlen muss. Die Bauarbeiten beginnen frühestens im Winter 2020/2021 und dauern etwa fünf Jahre.

spr/sda

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