Legales «Gras» ist schon wieder out

Der CBD Trend hat sich bereits wieder gelegt, wie die städtische Suchtfachstelle im Jahresbericht festählt.

Legaler Hanf aus dem Laden ist teuer, wirkt aber nicht berauschend.

Legaler Hanf aus dem Laden ist teuer, wirkt aber nicht berauschend. Bild: Brennan Linsley/Keystone

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Die Stadt Bern hat im vergangenen Jahr einen Cannabidiol-Boom erlebt - besser bekannt als CBD oder legales «Gras». Das Cannabisprodukt aus weiblichen Hanfpflanzen ist THC-arm und erzeugt keine Rauschwirkung. Doch der Trend ist möglicherweise bereits rückläufig.

Da CBD-Raucherwaren wesentlich teurer sind als Tabakprodukte und nicht «high» machen, scheine die Attraktivität von CBD für Jugendliche mässig zu sein, kommt die Stadtberner Koordinationsstelle Sucht in ihrem Jahresbericht zum Schluss.

Gemäss Berner Kantonspolizei habe sich der Trend in der Stadt Bern bereits wieder etwas gelegt, heisst es zudem in einer Mitteilung der Berner Stadtregierung vom Donnerstag. Dies bestätigt einen Bericht des «Bund» vom Januar. Wie sich der CBD-Konsum weiter entwickelt, werden aber erst die nächsten Jahre zeigen.

Die Zahl der Firmen, die das THC-arme Cannabis herstellen und handeln, stieg im vergangenen Jahr rapide an - nicht nur in Bern sondern in der ganzen Schweiz. Seit einiger Zeit sind die Produkte auch im Detailhandel erhältlich. Dies alles trage zur unübersichtlichen Situation auf dem Cannabismarkt bei, ist die Fachstelle Sucht überzeugt.

Kohärente Regelung gefordert

In ihrem Jahresbericht weist die Fachstelle auf die Notwendigkeit hin, zu einer soliden und kohärenten Cannabisregulierung zu kommen.

Die Stadt Bern wollte einen Pilotversuch mit dem kontrollierten, legalen Verkauf von THC-haltigem Cannabis durchführen. Das Bundesamt für Gesundheit lehnte das Projekt letztes Jahr aber ab, weil die Gesetzgebung dies aktuell nicht zulasse. Das Bundesamt liess jedoch die Türe einen Spalt weit offen, denn um solche Studien durchzuführen, müsste das Betäubungsmittelgesetz um einen «Experimentierartikel» ergänzt werden.

Die Bundespolitik wurde umgehend aktiv. Mitte Mai sprach sich die nationalrätliche Gesundheitskommission für die Aufnahme eines Experimentierartikels in die Gesetzgebung aus. Der Entscheid fiel allerdings knapp mit 12 zu 11 Stimmen aus.

Reines Kokain

Die Fachstelle Sucht hat im vergangenen Jahr ausserdem festgestellt, dass der Reinheitsgrad von Kokain ausserordentlich hoch war. Dieser hohe Wert führte zu einer Zunahme von psychotischen Zuständen bei drogenabhängigen Personen. Bern gehört europaweit zu den Städten, wo am meisten Kokain konsumiert wird, wie der «Bund» im April berichtete. Im Auge behalten muss die Stadt auch den Konsum von Alkohol und Cannabis bei Schülerinnen und Schülern, wie die Fachstelle weiter schreibt. Der Konsum bei Achtklässlern sei zwar immer noch tief, jedoch in den letzten beiden Jahren leicht angestiegen. Die Fachstelle rät, die Präventionsarbeiten weiterzuführen. (sda)

Erstellt: 31.05.2018, 13:27 Uhr

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