Lauterbrunnental: Helikopter produzieren viel CO2

Die Flüge, von denen ein grosser Teil dem touristischen Vergnügen dient, sind für gleich viel Treibhausgas verantwortlich wie die Landwirtschaftsfahrzeuge, Baumaschinen und Pistenfahrzeuge.

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Die Jungfrau-Region im engeren Sinn – das heisst Grindelwald, Gündlischwand, Lütschental und Lauterbrunnen – gibt sich mit dem Energieversorger BKW als Partner gerne CO2-bewusst. Nun haben die Gemeinden von einem Berner Ingenieurbüro überprüfen lassen, wie viel CO2 in der Region ausgestossen wird. Auffällig ist am Resultat, welches gestern publik wurde, dass die Helikopterflüge im Lauterbrunnental einen verhältnismässig hohen Anteil an den CO2-Emissionen haben. Konkret sind die Flüge, von denen ein grosser Teil dem touristischen Vergnügen dient, für gleich viel Treibhausgas verantwortlich wie die Landwirtschaftsfahrzeuge plus Baumaschinen und Pistenfahrzeuge. Die drei Bereiche verursachen zusammen fast zehn Prozent des CO2-Ausstosses in der Gegend.

Diese Erkenntnis ist Wasser auf die Mühlen der Helikopter-Gegner, die sich über den Lärm im Tal beklagen. Die CO2-Bilanz des Tals zeigt ferner, dass seine Bewohner gemessen am Rest der Schweiz durchschnittliche CO2-Produzenten sind: Im Landesschnitt werden pro Kopf der Bevölkerung jährlich 5,8 Tonnen des Treibhausgases ausgestossen, in Wengen und Mürren sind es 5 Tonnen. Nun muss man aber berücksichtigen, dass es dort kaum Industrie gibt – die 20 Prozent der nationalen Emissionen erzeugt. «So gesehen sollten die Menschen rund um Lauterbrunnen nur 4,6 Tonnen CO2 produzieren», sagt Res Isler vom federführenden Büro Künzler, Bossert und Partner. Weil aber die Winter streng und lang seien, werde entsprechend mehr geheizt. «Dieses Wissen kann die Klimaveränderungen in der Region nicht aufhalten, aber wenn nun Taten folgen – bessere Ölheizungen und Isolationen sowie weniger Stromverbrauch –, ist es nicht überflüssig.»

Der Bund

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