Keine «Tubelis»: Jus-Studenten eröffnen Bar

«Politisch und sozial eklatante Mängel»: Der Berner Rechtsprofessor Martino Mona kritisiert seine Studenten. Diese reagieren prompt – und mit Humor.

Die Fachschaft Jus der Uni Bern nimmt die Aussagen ihres Professors mit Humor.

Die Fachschaft Jus der Uni Bern nimmt die Aussagen ihres Professors mit Humor. Bild: Adrian Moser

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Der Antrieb, eine Bar zu eröffnen, kann verschiedene Gründe haben. Was die Studenten der Fachschaft Jus dazu trieb, dürfte aber eher selten sein: Ein Interview ihres Professoren.

«Es gibt einfach zu viele, die keine Ahnung haben von der Welt.» Im Gespräch mit NZZ Campus von letzter Woche geht Martino Mona, Rechtsprofessor an der Universität Bern hart mit seinen Studenten ins Gericht. Nur 10 Prozent der Studierenden würden im ersten Jahr scheitern. Das sei zu wenig, die Zahl sollte besser bei 40 Prozent liegen, so Mona. «Dann hätten wir Ruhe im Hauptstudium, weil dort keine Studierenden mehr wären, die besser eine Bar aufmachen würden.» Und weiter: «Wir haben es am Anfang des Studiums mit einem Übermass an juristischen Tubelis zu tun, die wir konsequenter loswerden müssten – auch zu ihrem Wohl.»

Jetzt haben die Studierenden reagiert. In einem offenen Brief lassen sie Mona wissen, dass seine Worte angekommen sind – jedoch nicht unbedingt in der von ihm beabsichtigten Weise: «Wir haben uns ihre wertvolle Vorschläge zu Herzen genommen und sind zum Schluss gekommen, dass wir eine Bar eröffnen werden», heisst es im Brief, den die Fachschaft auf Facebook veröffentlicht hat. Damit wollten sie beweisen, dass sie sich durchaus auch neben dem «anspruchsvollen Studium» engagierten, sich «ehrenamtlich in der betätigen oder in der Politik engagieren». Dies sei ein Gegenbeleg zu Monas Aussage, die Studierenden seien «unmotiviert» oder zeigten «politische Mängel».

Diesen Ball spielt die Fachschaft auch gleich zurück: «Wir verstehen, dass Sie das Verhalten einiger Studierenden ab und zu ärgert, aber glauben Sie uns: wir haben das gleiche Problem mit unseren Dozierenden».

Die Gastrokarriere der Jus-Studierenden wird übrigens erstmal temporären Charakter haben: Der angekündigte Barbetrieb wird am Unifest im Oktober stattfinden. (zec)

Erstellt: 24.05.2016, 16:40 Uhr

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