Kaiserhaus-Mieter suchen verzweifelt nach Ladenersatz

Den Mietern im Kaiserhaus wurde gekündigt. Die Suche nach einem Lokalersatz ist schwierig – und könnte im Fall eines Fotofachgeschäfts gar zum Aus führen.

Bruno Tobler führt das Geschäft Photovision an der Marktgasse 37. Nur, wie lange noch?

Bruno Tobler führt das Geschäft Photovision an der Marktgasse 37. Nur, wie lange noch? Bild: Martin Erdmann

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Weil das Kaiserhaus an der Berner Marktgasse bald saniert wird, müssen circa 20 Ladenbesitzer eine neue Bleibe suchen. Ihnen wurde per Januar 2018 gekündigt. Dies setzt die Mieter der Liegenschaft unter Druck. Bis zum Baubeginn müssen sie neue Geschäftsräumlichkeiten finden.

«Wir befinden uns in einer unangenehmen Situation», sagt Bruno Tobler, Geschäftsleiter des Fotofachhändlers Photovision. Er sei zwar stetig auf der Suche nach einem neuen Lokal. Die vergleichsweise hohen Preise oder abgelegenen Standorte gestalteten die Suche jedoch schwierig. Schlimmstenfalls müsse er eine Schliessung in Betracht ziehen.

Nur wenig Leerstand in der Innenstadt

Sven Gubler, Direktor von Berncity, pflichtet Tobler bei: «Der Druck ist sicherlich gross für diese Geschäfte, in der kurzen Zeit einen Ersatz zu finden.» In der Innenstadt gebe es nur wenig Leerstand. Seit jeher sei es schwer, an attraktiven Standorten wie der Marktgasse auf freie Ladenfläche zu stossen. Dennoch geht Gubler davon aus, dass viele eine Lösung finden werden, wenngleich nicht eine so attraktive wie bislang.

Insgesamt sind laut Angaben der Nationalbank, der Besitzerin der Liegenschaft, bereits vier Mieter ausgezogen. Der Auszug von drei weiteren Mietern stehe kurz bevor. Unter den Betroffenen sind auch bekannte Läden wie Max Mara, der Coiffeurladen A Capello oder das japanische Restaurant Japigo.

Bereits erfolgreich war der Geschenkartikelladen Cachet. Am 9. April wird dieser den neuen Standort unweit entfernt an der Amthausgasse 1 eröffnen, wie Filialleiterin Marlis Prinz sagt. Das neue Ladenlokal sei zwar etwas kleiner, froh über den Umzug ist sie dennoch: «Wir hatten grosses Glück. Lokale findet man schnell, aber bezahlbar sind sie selten.»

Zwischennutzung bis zum Umbau

Auch wenn abwandert, wer kann, das Kaiserhaus wird nicht zum Geisterhaus. Bis zum Beginn der Umbau- und Sanierungsarbeiten 2018 werden die bereits leeren Lokale im Kaiserhaus zwischengenutzt. Projekt Interim übernimmt im Auftrag der Nationalbank die Vergabe der Ladenfläche an Interessierte. Der Andrang ist laut Mediensprecher Lukas Amacher gross. Über ein Dutzend Rückmeldungen seien auf das jüngste Inserat eingegangen.

An die Zwischenmieter stellt die Organisation keine speziellen Anforderungen. Vermietet wird nach Umsatzmiete und befristet bis auf November 2017. Bislang haben sich Händler mit Ladenkonzepten gemeldet, die Möbel, Mode und Kunst anbieten. Ein Pop-up-Store im ehemaligen Kookaï etwa bietet Kleider und Accessoires an. Bis auf gastronomische Angebote soll die Zwischennutzung allen möglichen Projekten Unterschlupf bieten. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.03.2016, 14:50 Uhr

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