Inselspital kämpft mit multiresistenten Bakterien

Trotz sofortiger Isolationsmassnahmen hat sich in den letzten acht Monaten ein Keim auf 230 Patienten des Berner Inselspitals übertragen.

Multiresistenten Bakterien machen dem Inselspital zu schaffen.

Multiresistenten Bakterien machen dem Inselspital zu schaffen. Bild: Keystone

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Nachdem Ende letztes Jahr am Berner Inselspital bei zwei Krebs-Patienten eine Blutvergiftung aufgetreten ist, stellten Ärzte bei ihrer Untersuchung fest, dass sie sich mit multiresistenten Bakterien infiziert haben. Es handelt sich dabei um Vancomycin-resistente Enterokokken, kurz VRE.

Wie «10 vor 10» berichtet, wurde bei beiden Patienten ein Bakterienstamm aus Australien gefunden. Ein sich schnell verbreitender Stamm, der so in Europa zum ersten Mal aufgetaucht sei.

Trotz sofortiger Isolationsmassnahmen habe sich der Keim in den letzten acht Monaten auf 230 Patienten im Spital übertragen. «Das ist der grösste Fall eines multiresistenten Spitalkeims, den wir in der Schweiz bisher gesehen haben», sagt Andreas Widmer, Präsident der Spitalhygieniker-Vereinigung (Swissnoso) gegenüber «10 vor 10».

Keim wird noch lange beschäftigen

Bei Patienten mit einem schwachen Immunsystem kann der Keim laut Bericht gefährliche Entzündungen auslösen. Nur noch zwei bis drei Reserve-Antibiotika könnten gegen den multiresistenten Keim wirken.

Todesfälle im Zusammenhing mit diesem Keim habe es bislang glücklicherweise keine gegeben, doch die Sorge ist gross, da der Keim in den letzten Monaten nicht eliminiert werden konnte - und sich auch weiter verbreiten kann, wenn beispielsweise Patienten verlegt würden. Gemäss «10 vor 10» seien auch Rehabilitationszentren, Pflege- und Altersheime in den Kantonen Bern und Wallis betroffen.

Hinzukommt, dass bisher nur die Hälfte der Schweizer Spitäler Risikopatienten untersuchen würde. Darum habe das Bundesamt für Gesundheit eine Taskforce ins Leben gerufen - mit dem Ziel einheitlicher Richtlinien in allen Spitälern.

Laut Verbandspräsident Widmer wird der Keim die Ärzte sicher noch rund zwei Jahre beschäftigen, da er ein Jahr lang im Darm überleben kann.

Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet durch DerBund.ch/Newsnet.

Erstellt: 08.09.2018, 09:12 Uhr

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