Insel soll Medizin-ETH werden

Regierungspräsident Andreas Rickenbacher will Bern zum Zentrum der nationalen Medizinalbranche machen – bezahlen soll es der Bund.

Soll Medizin-ETH werden: Das Insel-Spital.

Soll Medizin-ETH werden: Das Insel-Spital. Bild: Valérie Chételat

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Nichts Geringeres als eine eidgenössische medizinische Hochschule will Regierungsratspräsident und Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher in Bern gründen. Was Zürich mit der ETH im Bereich der Technik hat, will der SP-Mann im Bereich der Medizin in Bern erreichen. Und zwar über einen inhaltlichen und institutionellen Ausbau des Inselspitals. Diese Idee respektive Vision, wie es Rickenbacher selber nennt, lanciert der Regierungsrat im Rahmen der Fritz-de-Quervain-Lesung, an der Rickenbacher heute ein Gastreferat hält.

Rickenbacher schlägt vor, Grundlagenforschung, Informatik, Epidemiologie und Klinik noch enger miteinander zu verknüpfen. Das Inselspital solle zu «einem echten Kompetenzzentrum für Gesundheit» werden. Als Vergleich nennt er etwa das National Institute of Health in Maryland (USA). Dieses umfasst ein Areal von 75 Gebäuden, hat ein Jahresbudget von rund 29 Milliarden Dollar und beschäftigt rund 18 000 Mitarbeitende. Laut Rickenbacher hat auch das Insel-Areal in Bern noch viel Potenzial an Geschossfläche. Eine erste Etappe werde demnächst in einer Überbauungsordnung bereits aufgegleist.

Weiter schlägt Rickenbacher vor, auch das Bundesamt für Gesundheit sowie das Heilmittelinstitut Swissmedic bei einem solchen Projekt mit einzubeziehen. «Das Inselspital als Nucleus einer wachsenden Gesundheitsindustrie ist für den Kanton Bern eine grosse wirtschaftliche Chance», so Rickenbacher gemäss Referatstext. Denn, so begründet Rickenbacher seine Vision: «Das Inselspital mag heute regional bedeutend sein – in Zukunft wird es sich aber in erster Linie global zu behaupten haben.» Zu diesem Zweck müsse das Inselspital, das mit seiner Vernetzungsfunktion zwischen Theorie und Praxis bereits sehr aktiv sei, grösser werden.

Wettbewerbsposition verbessern

So weit, so gut. Doch wer soll das mit welchen Mitteln realisieren? Hier liegt wohl die Krux der rickenbacherschen Vision. Allerdings räumt Rickenbacher gleich selber ein, dass bei der Finanzierung eines solchen Vorhabens der Kanton an seine Grenzen stossen würde: «Andere Finanzierungsmodelle müssen in Betracht gezogen werden und politisch auf den Weg gebracht werden.» Und wer zuständig sein soll, ist für Rickenbacher klar: «Ich bin davon überzeugt, dass nur der Bund genügend Mittel bereitstellen kann.»

Die Schweiz würde davon ja profitieren, weil sich das Inselspital, der Kanton Bern und der schweizerische Medizinbereich insgesamt global besser positionieren könnten. Die Konkurrenz agiere global, so Rickenbacher. Die Kantone und ihre Universitäten könnten da kaum mithalten. Es brauche also «gewaltige Investitionen». Würden diese nicht getätigt, sei «unsere Wettbewerbsfähigkeit längerfristig infrage gestellt». (Der Bund)

Erstellt: 05.12.2012, 06:37 Uhr

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