«Ich bin nach wie vor vor jedem Auftritt nervös»

Der Berner Alt-Stadtpräsident Alexander Tschäppät in seinem letzten grossen Interview mit dem «Bund» im Dezember 2016.

Der Abschied tut ihm weh: Am 31. Dezember 2016 steht Alexander Tschäppät zum letzten Mal als Stadtpräsident am Fenster des Erlacherhofs.

Der Abschied tut ihm weh: Am 31. Dezember 2016 steht Alexander Tschäppät zum letzten Mal als Stadtpräsident am Fenster des Erlacherhofs.

(Bild: Adrian Moser)

Herr Tschäppät, wann werden Sie die letzte Kiste aus dem Büro tragen?
Heute.

Sie hätten noch zwei Wochen Zeit, da Ihr Nachfolger oder Ihre Nachfolgerin erst Mitte Januar gewählt wird.
Da bin ich strikt, heute ist Schluss. Ausserdem muss das Büro noch neu gestrichen werden. Ich habe es von meinem Vorgänger Klaus Baumgartner übernommen, wie es war. Da wurde nichts gemacht vor zwölf Jahren, und er war auch schon zwölf Jahre da.

Werden Sie eine Träne verdrücken, wenn Sie das letzte Mal die Tür hinter sich zumachen?
Vielleicht schon. Dieser Abschied geht mir nahe.

In Ihrem Büro war immer sehr viel Persönliches aufgehängt und aufgestellt. Haben Sie in den letzten Tagen auch einen Teil von sich geräumt?
Sicher. Ich hatte in meinem Leben zwei Arbeitsstellen gehabt. Ich war Gerichtspräsident und ich war Gemeinderat. Mein Amt nach 16 Jahren aufzugeben, bedeutet eine Zäsur für mich. Einerseits freue ich mich, weil ich jetzt mehr Zeit habe für die Hunde und weil es nicht mehr so wichtig ist, was am Morgen in der Zeitung steht. Andererseits werden mir die Gestaltungsmöglichkeiten fehlen und der Kontakt zu den Mitarbeitenden, die zum Teil die ganzen 16 Jahre da waren und die mich immer noch mögen, wie ich den Eindruck habe. Partir c’est mourir un peu, das hat schon was.

Sie waren zwölf Jahre Stadtpräsident. Wo sind die Unterschiede zwischen dem Tschäppät zu Beginn und dem Tschäppät am Ende seiner Amtszeit?
Ich bin nach wie vor empfindlich und dünnhäutig und gestresst und nervös vor jedem Auftritt. Das hat sich nicht geändert.

Gibt es Dinge, die Sie heute anders machen würden?
Nein. Wer überzeugt ist, das Richtige zu entscheiden, kommt bei den Leuten auch an. Ich konnte mir meine Glaubwürdigkeit und Authentizität bewahren. Der Italienerwitz etwa war ein satirischer Auftritt auf einer Bühne. Wenn das nicht mehr geht, haben wir ein Problem. Dass das so skandalisiert wurde, hat mich sehr getroffen, weil ich als Nationalrat an vorderster Front für das Anti-Rassismus-Gesetz gekämpft hatte. Mir kann man vieles vorwerfen, bloss nicht Rassismus. Und ja, das Schmählied über Christoph Blocher wäre nicht nötig gewesen. Aber es gibt ja nur ein Leben. Wenn ich dann tot bin, werden alle sagen: So einen stillen Tschäppät haben wir noch nie gesehen. Er ist so ruhig und besonnen.

Es nervt Sie, dass die Italienerwitze und das Blocher-Lied als Erstes auftauchen, wenn man Sie googelt.
Nein, es nervt mich, dass die Journalisten mich ständig darauf reduzieren. Dass man sich noch für anderes eingesetzt hat in seinem Leben, spielt offenbar keine Rolle.

Während Ihrer ganzen Karriere immer wieder ein Thema war auch Ihr Verhalten gegenüber Frauen. Kürzlich ist es wieder aktuell geworden, als die grüne Ex-Nationalrätin Aline Trede Ihnen vorwarf, Sie hätten sie vor zwei Jahren sexuell belästigt, indem Sie ihr die Hand aufs Knie gelegt hätten.
Was soll ich dazu sagen? Der Vorwurf hat mich getroffen. Und am Schluss waren alle Beteiligten beschädigt. Solche Geschichten sind nur ärgerlich und tun weh.

Weil Sie sich ungerecht behandelt fühlen?
Ja.

Egal, ob diese Situation gravierend war oder nicht, sie steht für etwas. Sie können es gut mit den Leuten, Sie sind charmant und Sie suchen gerade zu den Frauen eher die Nähe als die Distanz. Verstehen Sie, wenn einige das als Grenzüberschreitung empfinden?
Ich mag dieses Thema nicht in einem Abschlussgespräch diskutieren.

Ist dieses Empfinden falsch?
Ich will das nicht kommentieren.

Wie möchten Sie in Erinnerung bleiben?
Das will ich den Leuten nicht vorgeben. Ich habe bei den Leuten auf der Strasse auch nicht das Gefühl, dass sie mich auf das reduzieren. Ende November erschien im «Blick» eine Doppelseite über mich, die fast nur aus Beschimpfungen bestanden hat. Darauf angesprochen hat mich im Nachhinein niemand. Das sagt ja auch etwas darüber aus, wie das bei den Leuten ankommt.

Wie sollten die Medien Ihrer Meinung nach denn sein?
Man sollte sich wieder etwas zurückbesinnen auf die Zeit, in der alles etwas langsamer und tiefgründiger war. Ich glaube, dass die Medien sich mit diesem Geschwindigkeitswahn auch noch den letzten Rest geben, anstatt – wie erhofft – sich zu retten. Online haben die Journalisten überhaupt keine Zeit mehr. Da hat man keine Zeit zu reagieren, alles muss sofort raus. Gerade kürzlich gab es wieder einen Bericht, der einfach hinten und vorne nicht gestimmt hat, wo man den Chefredaktor anrufen musste, um ihm zu sagen: Wenn du das jetzt nicht sofort runternimmst, zeige ich euch an, weil es ehrverletzend ist. Dabei würden die Journalisten ihr Handwerk beherrschen. Aber sie brauchten die Zeit und das Vertrauen der Verlage, um sauber recherchieren zu können.

Sie haben sich während Ihrer Amtszeit manchmal wahnsinnig aufgeregt über die Journalisten.
Ja, auch über Sie, Herr Ott.

Es ist unser Job, der politischen Mehrheit auf die Finger zu schauen.
Jaja, die Frage ist nur, wie man das macht. Eigentlich müssten Journalisten für ihren Kugelschreiber einen Waffenschein lösen. Der kann genauso verletzen wie eine Waffe. Medien können unglaublich wirksam und zerstörerisch sein. Aber das ist ja jetzt vorbei. Das ist das Schöne am Aufhören. Jetzt kommen die Nachrufe, und die sind alle so nett. Plötzlich finden mich alle toll und beginnen mich zu vermissen.

Das ist schön, nicht wahr?
Ich weiss nicht. Eigentlich hätte ich es lieber gehabt, die Leute hätten meine Arbeit dann geschätzt, als ich sie gemacht habe.

Irgendwann im Verlauf dieses Jahres ist die Stimmung gekippt. Plötzlich begann jeder zu sagen, man werde Sie noch vermissen wegen Ihres Umgangs und Ihrer Rhetorik.
Und vielleicht dann auch noch wegen der Zivilcourage. Ich habe halt nicht immer zuerst gefragt, was der Berater meint und wie das Wetter ist, bevor ich meine Meinung gesagt habe.

Sie haben einmal gesagt, Ihre Nachfolger versteckten sich hinter ihren Stäben.
Ich habe nicht «meine Nachfolger» gesagt, sondern «die jungen Politiker». Aber ja, es macht mir Angst, dass du heute als Politiker deine Wähler immer mehr analysiert bekommst. Du weisst, was sie erwarten, was sie wollen, was sie für Ansprüche an dich stellen. Und dann, das ist meine Befürchtung, beginnt man, nicht mehr das zu machen, was man für richtig hält, was dem Bauchgefühl entspricht. Man lässt sich beraten, coachen, man testet, startet einen Versuchsballon, bevor man sich auf eine Meinung festlegt. Das geschieht bereits. Und das ist eine Form der Politik, die mir nicht gefällt.

Dafür würde Ursula Wyss niemals in der Öffentlichkeit einen Italienerwitz erzählen oder «Blocher Motherfucker» singen.
Natürlich. Aber diese ständige Überwachung der Politiker macht mir Sorgen. Es gibt für sie kaum noch ein Privatleben. Mein Vater konnte als Stadtpräsident abends noch in die Beiz. Das Privatleben war damals Tabuzone. Heute ist das kaum noch möglich. Wo immer man auch ist, gibt es jemanden mit einem Handy, der alles festhalten könnte.

Das führt zu Perfektionismus?
Deshalb wird man noch lange nicht perfekt. Man versucht bloss, Fehler zu vermeiden. Für mich gilt die 80/20-Regel: Jeder fünfte Entscheid darf falsch sein. Heute aber herrscht eine Nullfehlerkultur. Das führt letztlich dazu, dass niemand mehr etwas entscheidet.

Haben Sie auch Ihren Beamten diese Fehler zugestanden?
Sie werden niemanden finden, der sich darüber beklagen wird, dass ich ihn wegen Fehlern gescholten hätte. Etwa weil mir jemand die falsche Rede ins Mäppchen gesteckt hat. Dann steht man vor 700 Personen, sollte eine Rede über Hebammen halten und hat das Manuskript für Ingenieure vor sich. So etwas passiert halt. Irren ist menschlich.

Die Hebammen waren wohl trotzdem begeistert.
Wer lange dabei ist, hat halt seine Tricks. Übrigens: Was glauben Sie, wie der zweite Wahlgang ausgehen wird?

Das wollten wir eigentlich von Ihnen wissen.
Am Wahlabend Ende November hatte ich den Eindruck, Alec von Graffenried sei mit einem Vorsprung unterwegs. Jetzt habe ich das Gefühl, die Stimmung kippt. Aber ich habe für einmal keinen blassen Schimmer, wer gewinnen wird. Es haben aber bereits jetzt viele Leute ihre Stimme abgegeben.

Eine hohe Wahlbeteiligung nützt eher von Graffenried.
Oder es spricht für die Mobilisierungskraft der Linken. Interessant finde ich auch den Kampf um das grösste Unterstützungskomitee, der nun plötzlich begonnen hat. Das habe ich in sechzehn Jahren Stadtregierung nie erlebt.

Wen wählen Sie?
Ursula Wyss natürlich. Bisher habe ich mich rausgehalten, aber ab morgen unterstütze ich sie.

Zumindest vor fünf Jahren haben Sie sich nicht rausgehalten, als Sie bereits an der Nominierungsversammlung für Wyss’ Gemeinderatskandidatur verkündet hatten, Sie würden ihr am 1. Januar 2017 den Schlüssel zum Erlacherhof übergeben. Bereuen Sie das?
Nein. Vor vier Jahren war jedem klar, dass mit der Nomination von Ursula Wyss für den Gemeinderat auch die Kandidatin fürs Stadtpräsidium vier Jahre später gesetzt ist. Die SP ist mit Abstand die grösste Partei in Bern und erhebt daher zu Recht Anspruch auf das Stadtpräsidium. Alles andere wäre eigenartig.

Indem Sie das offen ausgesprochen haben, haben Sie den Streit beim Rot-Grün-Mitte-Bündnis ausgelöst.
Das stimmt nicht. Dass GB-Präsidentin Stéphanie Penher plötzlich Franziska Teuscher für das Stadtpräsidium lancierte, lag wohl daran, dass Wyss’ Kandidatur so lange nicht offiziell war. Und ein Szenario mit drei RGM-Kandidaturen hätte ich nie für möglich gehalten. Als mir Alec von Graffenried vor Jahren einmal davon erzählt hat, habe ich gedacht, das komme aus dem Märchenbuch.

Sie haben die grünen Gegenkandidaturen ja selber provoziert, indem Sie Wyss zu Ihrer Nachfolgerin ausgerufen haben.
Das sind Spekulationen. Wenn die Kandidatur von Wyss früher offiziell gewesen wäre, hätte Teuscher möglicherweise nicht kandidiert. Wenn Teuscher nicht kandidiert hätte, hätte die GFL von Graffenried nicht aufgestellt. Und die Bürgerlichen hätten sich auf eine Stapi-Kandidatur geeinigt.

Am Ende hat der Streit RGM sogar genützt: Das Bündnis sitzt nun zu viert in der Stadtregierung.
Ja, aber das ist nicht gut für die Stadt. Ich habe keine Freude daran, dass sich die Bürgerlichen pulverisieren. Aber wenn sie sich selber abschaffen wollen, müssen sie so weitermachen wie bisher. Und sie haben bei der letzten Stadtratssitzung schon damit begonnen, bei der Diskussion um die Parkplätze auf der Schützenmatte. Das weiss man doch längst, dass jeder Parkplatz, der aufgehoben wird, dem Gewerbe eher nützt als schadet, weil damit die Qualität der Innenstadt steigt. Aber die Bürgerlichen beharren immer noch auf ihrer Fundi-Position. Kunststück, haben die niemanden mehr im Gemeinderat.

Die rot-grüne Mehrheit in den Städten ist aber demografisch bedingt.
Der Graben zwischen der Stadt und ihrem Umland ist mehr und mehr eine Separation von Interessengemeinschaften: Im Zentrum, also auf dem Stadtgebiet, wohnen immer häufiger Menschen, die sich die immer teureren Wohnungen leisten können. Die Mehrheitsverhältnisse würden sich rasch ändern, wenn Agglomerationsgemeinden mit der Stadt fusionieren würden. Wobei es schon immer auch vernünftige Vorstösse aus dem bürgerlichen Lager gegeben hat. Nur wäre es nicht nötig, aus jedem bürgerlichen Vorstoss einen parteipolitischen Grabenkrieg zu machen.

Das Lagerdenken im Stadtrat dürfte sich mit dem 4 zu 1 im Gemeinderat eher noch verschärfen.
Das ist so. Mir macht aber vor allem die Konstellation im Gemeinderat Sorgen. Ich weiss nicht, wie viele es sind, aber ein guter Teil der Bernerinnen und Berner denkt und lebt bürgerlich im Sinne von FDP und SVP. Vielleicht sind es 30 Prozent, vielleicht 25. Die haben jetzt niemanden mehr im Gemeinderat. Reto Nause als CVP-Vertreter auf der Mitte-Liste ist nur bedingt ein Vertreter dieser rechtsbürgerlichen Bernerinnen und Berner. Das ist ein Problem. Ein Teil der Bevölkerung erkennt sich in dieser Regierung nicht mehr. Das ist einfach nicht gut. Es besteht die Gefahr, dass die sich ausklinken oder verabschieden.

In Ihrer Amtszeit gab es eine Zeit vor dem Tod von FDP-Gemeinderat Kurt Wasserfallen (1947–2006) und eine Zeit danach. Kurt Wasserfallen war Ihr bürgerlicher Gegenspieler.
Für die bürgerlichen Wähler war Kurt Wasserfallen der Fels in der Brandung. Alexandre Schmidt von der FDP hat diesen Part wieder übernehmen wollen und war vielleicht ein Felslein in der Brandung. Aber jetzt ist gar niemand mehr da.

War Kurt Wasserfallen eine Hassliebe für Sie?
Überhaupt nicht. Ich habe ihn hochgeschätzt. Wir sind stets gut miteinander ausgekommen. Er konnte bisweilen aber eine beneidenswerte Sturheit entwickeln. Heute muss ich sagen, dass es falsch war, ihm die Polizeidirektion wegzunehmen. Ich habe schon tausendmal darüber nachgedacht. Damals war es sachlich richtig, weil Wasserfallen und die Polizei-Offiziere nicht mehr miteinander arbeiten konnten. Der Entscheid gegen Wasserfallen hat aber sowohl ihn wie auch mich viel Lebensqualität gekostet.

Was wäre die Lösung gewesen?
Ich weiss es nicht. Der Entscheid war plötzlich da, und ebenso plötzlich war klar, dass sehr viel Geschirr zerschlagen war.

Sie haben gelitten, weil er darunter gelitten hat?
Ich habe keine Freude daran, wenn es einem anderen schlecht geht. Das ist nicht meine Art. Ich bin eher harmoniesüchtig. Für seine Familie und sein Umfeld war der Entzug der Direktion traumatisch.

Bei der Abdankungsrede haben Sie Christian Wasserfallen, seinen Sohn, direkt angesprochen und eine Parallele zu sich selber und Ihrem Vater gezogen.
Es war eine Botschaft der Versöhnung. Übermächtige Väter sind am Anfang eine Hilfe und mit der Zeit eine Belastung. Am Anfang ist man dank des Namens leicht gewählt. Aber irgendwann wird verglichen.

Auch Sie wurden mit Ihrem Vater verglichen.
Sicher. Der Sohn verliert dabei immer. Der Sohn ist jung, und den Vater hat man im Zenit seines Wirkens in Erinnerung.

Ihr Vater starb während seiner letzten Legislatur. Für ihn war ein Leben nach dem Amt kaum vorstellbar. Für Sie beginnt es morgen.
Es stimmt, meinem Vater war unwohl beim Gedanken an das Leben danach. Deshalb hat er ja noch versucht, in den Ständerat gewählt zu werden. Ich weiss nicht, wie er sein Leben als Rentner gestaltet hätte. Das fuhr mir als jungem Mann ziemlich ein. Deshalb habe ich alles unternommen, damit es mir nicht so ergeht. Sie können mich dann in einem Jahr fragen, wie es mir geht. Allerdings habe ich ja noch mein Nationalratsmandat, da fällt einem das Aufhören um einiges leichter. Das ist ein Job.

Und das «Büro für Angelegenheiten», das Sie gründen wollen?
Es geht darum, sich eine Tagesstruktur zu geben, um nicht den ganzen Tag im Morgenrock rumzuhängen. Bisher wollen die ehemalige Gemeinderatskollegin Barbara Hayoz und mein Noch-Generalsekretär Peter Tschanz mitmachen. Wir haben ein Büro gemietet in einer ehemaligen Lastwagengarage in Bern-West. Aber wir geben uns keinen Lohn und beschäftigen auch keine Sekretärin.

Sie sagten einmal, Sie würden auch eine türkische Hochzeit organisieren, wenn man Sie damit beauftragte.
Damit wollte ich sagen, dass ich mir ein sehr breites Aufgabenfeld vorstellen kann. Es könnte zum Beispiel darum gehen, das Potenzial Berns vor Grossanlässen wie einer Olympiade oder einer Landesausstellung abzuklären. Oder bei grossen Infrastrukturprojekten wie zum Beispiel der Verlegung und Überdachung der Autobahn A 6 zwischen Muri und Wankdorf die Quartierverträglichkeit zu beurteilen.

Haben Sie Angst, nicht loslassen zu können?
Ich muss ja jetzt loslassen. Für mich heisst loslassen aber nicht, dass ich nur noch Pilze sammeln gehe und morgens «20 Minuten» und abends den «Blick am Abend» an der Bushaltestelle hole. Ich will nicht nichts machen. Es braucht weiterhin Herausforderungen.

Fällt das Loslassen leichter, wenn es noch Herausforderungen gibt?
Ich weiss es nicht. Ich wurde noch nie pensioniert, ich übe noch, wie Loriot einmal sagte. Vielleicht lüge ich mir ja auch etwas vor. Aber ich bin erstaunt, wie viele Leute beim Büro mitmachen möchten. Viele in meinem Alter sind froh, kein Geld mehr verdienen zu müssen. Aber sie möchten weiterhin mehr tun, als auf dem Pflanzblätz Meertrübeli abzulesen und Konfitüre zu machen.

Der Bund

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