Hodlerstrasse soll aufblühen

Die Stadt Bern möchte die Hodlerstrasse noch diesen Sommer beleben. Der Berner Verkehrsplaner Karl Vogel wünscht sich eine bernische Künstlerstrasse à la Montmartre.

Kunst, Kultur und Kaffee anstatt Parkplätze.

Kunst, Kultur und Kaffee anstatt Parkplätze. Bild: Franziska Rothenbühler

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Über die nach ihm benannte Strasse wäre Ferdinand Hodler in Bern wohl nicht allzu gerne spaziert. Dabei war der Maler ein leidenschaftlicher Spaziergänger, der viele seiner Motive in der Landschaft und der Natur fand. Nun will die Stadt die viel befahrene Strasse für die heutigen Flaneure aufwerten – und vielleicht gar verkehrsberuhigen. In einem Schreiben an die Anwohner bekundet das Verkehrsplanungsamt seine Hilfe beim Bespielen der Strasse – und das noch diesen Sommer.

Das Vorgehen erinnert etwas an das Labor Neustadtlab auf der benachbarten Schützenmatte. So will die Stadt auch hier Menschen anregen, eigene Projekte durchzuführen, um so die künftige Gestaltung der Strasse zu testen. Wie genau die Belebung ausfallen soll, ist nicht vorgeschrieben: «Es ist an den Anwohnern, die Strasse zu gestalten», sagt der Berner Verkehrsplaner Karl Vogel. Vor seinem inneren Auge sehe er eine Künstlerstrasse, ähnlich wie im Pariser Montmartre.

Denn mit dem Kunstmuseum, dem Progr und dem Kapitel habe man bereits kulturaffine Organisationen an der Strasse. Ausstellungen, Diskussionen, Konzerte und Cafés sollen Platz haben, wo sonst der Verkehr rauscht. «Dafür könnte man abends die Strasse für den Verkehr sperren und Parkplätze für temporäre Nutzungen aufheben», sagt er. Vogel kann sich gar vorstellen, dass das benachbarte Neustadtlab sich bis in die Hodlerstrasse vorwagt oder sich mit den Institutionen der Strasse verbindet.

Die benachbarten Geschäfte und Institutionen wissen erst seit kurzem vom Vorpreschen der Stadt in puncto Aufwertung. Daher haben die Angefragten noch kaum Projekte vorzuweisen, scheinen aber interessiert. Der kaufmännische Direktor des Kunstmuseums, Thomas Soraperra, sagt auf Anfrage, man freue sich, mitzuwirken: «Wir begrüssen die Initiative der Stadt Bern, die Hodlerstrasse zu aktivieren und zu beleben.» Noch habe man aber keine konkreten Projekte geplant.

Ähnlich tönt es bei der Turnhalle. Michael Fankhauser, Mitglied der Geschäftsleitung, hat die Einladung für die Neugestaltung der Hodlerstrasse ebenfalls erhalten: «Die Strasse hat Potenzial», prophezeit er. Beispielsweise könnte die Turnhalle mit dem Progr und dem Kunstmuseum gemeinsam Projekte verwirklichen, schwebt ihm vor. Auch das Kulturprogramm der Turnhalle könne auf die Strasse strahlen, stellt sich Fankhauser vor. «Doch noch ist nichts konkretisiert.»

Auch Polizei mit dabei

Können auch andere Berner ihr Projekt auf der neuen Künstlerstrasse errichten? «Es geht uns vor allem um die jetzigen Anrainer und ihre Ideen», sagt Verkehrsplaner Vogel. Wären die aber mit Projekten einverstanden, könnte man auch weitere zulassen. Als Nächstes treffen sich die interessierten Anrainer der Hodlerstrasse, um über die möglichen Projekte zu sprechen. Auch die an der Strasse angesiedelte Berner Kantonspolizei will der Sitzung der Stadt beiwohnen, heisst es auf Anfrage.

(Der Bund)

Erstellt: 30.04.2018, 06:30 Uhr

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