Haus auf Burgernziel-Areal besetzt

Seit Mittwoch ist das Wohnhaus auf dem Burgernziel-Areal besetzt. Am Montag droht die Räumung.

Besetzt: Das Haus an der Thunstrasse 116 am Burgernziel.

Besetzt: Das Haus an der Thunstrasse 116 am Burgernziel.

(Bild: Christian Zellweger)

«Herr Apfel», «Frau Birne» und «Herr Nuss» haben das Haus an der Thunstrasse 116, auf dem Areal des Tramdepots Burgernziel besetzt. Dies heisst es in einem anonymen Schreiben, das dem «Bund» vorliegt und mit den besagten Pseudonymen gezeichnet ist.

Sie seien am Mittwoch in das Haus eingezogen. Aktuell befänden sich gut zehn Leute in den Räumlichkeiten, weitere würden wohl noch hinzukommen, sagen die Besetzer bei einem Augenschein vor Ort. Sie wollen «in dem wunderschönen Wohnhaus am Burgernziel zumindest überwintern», wie es im Schreiben heisst. Sie seien jung, belesen und vielgereist, «und manche haben Kinder», schreiben die Besetzer über sich selbst. Ihre Forderung: «Günstige, verfügbare Sozialwohnungen.»

Wie die Aktivisten sagen, hätten sie bereits Kontakt mit Immobilien Stadt Bern gehabt. Von dort hätten sie eine Frist bis Sonntag bekommen, das Gebäude zu verlassen. Danach würde die Räumung drohen.

Gemäss den Besetzern will die Gebäudeversicherung Bern (GVB) – als Investorin der geplanten Wohnüberbauung auf dem Gelände – im Haus ein Sitzungszimmer einrichten, um das Projekt vor Ort zu koordinieren.

Fortgeschrittene Überbauungspläne

Im November 2015 haben die Berner Stimmberechtigten einer Abgabe des Areals im Baurecht zugestimmt. Die GVB und die Wohnbaugenossenschaft ACHT Bern haben darauf den Zuschlag bekommen, das Gelände zu überbauen. Geplant sind Genossenschaftswohnungen, diverse Dienstleistungsangebote, etwa eine Kindertagesstätte, Gemeinschaftsräume.und Läden.

Die Besetzer sind nicht die ersten, welche mit den Plänen für das Burgernziel-Areal nicht einverstanden sind. Im Juli dieses Jahres startete die Unterschriftensammlung für die Initiative «Stadtraum Burgernziel» welche fordert, das Abstimmungsresultat zu annullieren, das Areal zehn Jahre zu erhalten und als selbsttragende Veranstaltungsplattform zu nutzen. Allerdings: Bis die Initiative an die Urne kommt, könnte das Tramdepot bereits abgerissen worden sein.

zec

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