Hacker treffen sich in Bern

Dass Hacking viel mehr bedeuten kann, als nur Angriffe auf fremde Computer, versucht das Berner Kollektiv RAST mit dem «ckster»-Festival zu nutzen. Im Interview erklärt RAST-Mitglied Julia Geiser den Event.

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Frau Geiser, was ist eigentlich Hacking?
Hacking heisst, sich die Sprache eines Systems anzueignen, Schnittstellen zuerkennen und sich Zugang zu dem System verschaffen, um es nach den eigenen Wünschen und Fähigkeiten umzugestalten. Ein Hacker untersucht demnach ein System nach seinem Potenzial und verändert dessen Einstellungen. Das Hacking unterliegt nicht einer destruktiven Handlung – die Veränderung steht im Vordergrund.

Und wie kamen sie auf die Idee, ein solches Festival zu organsieren?
Das Wort Hacking ist schon fast ein Mode-Wort. Jeder hat es schon mal gehört oder verwendet - jedoch in einem negativen Kontext. Wir wollen aufzeigen, dass hinter den Vorurteilen des Hackings grosses Potenzial liegt, das beispielsweise auf künstlerische Art genutzt werden kann. in der Schweiz wurde dieses Thema zu wenig vertieft. Mit dem «ckster»-Festival soll sich das ändern.

Hacking ist ein sehr breiter Begriff. Wo setzen sie die Schwerpunkte am Festival?
Der thematische Fokus liegt auf die praktische Anwendung von Hacking in den Bereichen Kunst, Kultur und Technik. Aber der Anlass hat auch soziale Ziele. Hacker- und Kunst-Interessierte können sich am Festival austauschen und Kontakte knüpfen. Doch man muss kein Computer-Narr sein, um vorbeizuschauen. Jeder ist willkommen.

Am Festival bieten sie Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden an. Dazu wurden Experten eingeladen. Wie haben sie diese gefunden?
RAST-Mitlglied Adrian Demleiter ist Webdeveloper und hat durch sein Netzwerk die Referenten und Experten anfragen können. Ausserdem haben wir Organisationen angefragt, die sich mit dem Thema intensiv auseinander setzen, wie beispielsweise die weltweit agierende Hackteria Society, die am Festival eine Studie vorstellen wird.

Das Festival findet in verschiedenen Lokalitäten statt, die einzelnen Vorträge und Workshops sind kostenlos. Wie können sie das finanziell stemmen?
Die Lokale sind uns sehr entgegengekommen, weil sie eine ähnliche Ideologie wie wir verfolgen. Weiter erhalten wir vom Migros-Kulturprozent Unterstützung. Und zu guter Letzt setzen wir auf Crowdfunding und haben schon bald unser Ziel erreicht.

DerBund.ch/Newsnet

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