Grünes Licht für Zwischennutzung der Schützenmatte

Der Zwischennutzung der Schützenmatte bis 2021 steht nichts mehr im Weg. Der Berner Stadtrat hat einen Kredit von 450'000 Franken für die nächsten drei Jahre bewilligt.

«Wir sind gegen eine Erweiterung des rechtsfreien Raums», sagte Alexander Feuz (SVP), welcher der Zwischennutzung skeptisch gegenübersteht.

«Wir sind gegen eine Erweiterung des rechtsfreien Raums», sagte Alexander Feuz (SVP), welcher der Zwischennutzung skeptisch gegenübersteht.

(Bild: Joanne van Spyk)

Der Versuchsbetrieb Neustadt-lab läuft Ende September ab, gleich anschliessend wird sich der Verein PlatzKultur um das Platzmanagement kümmern. Die «Schütz» soll mit einem bunten Mix aus Sport, Kultur, soziokulturelle und experimentelle Aktivitäten belebt werden. Die ganzjährige Zwischennutzung wird möglich, nachdem die Behörden einen Grossteil der Parkplätze strichen. Der Platz ist ein sozialer Brennpunkt, weil er an die Reitschule und deren Vorplatz angrenzt. Das rief die SVP auf den Plan. Sie wollte das Geschäft zurückweisen mit dem Auftrag an den Gemeinderat, der Polizei bei ihrer Arbeit vor Ort den Rücken zu stärken und die Reitschul-Betreiber an die Kandare zu nehmen.

«Wir sind gegen eine Erweiterung des rechtsfreien Raums», sagte Alexander Feuz (SVP). Dem widersprach Michael Sutter (SP): Die Zwischennutzung sei geeignet, den Drogenhandel zurückzudrängen und die Sicherheit zu erhöhen. Der Dialog der beiden Platzwarte mit der Polizei sei auf gutem Weg. Ähnlich sah es Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Mit der Belebung des Platzes könne die Sicherheit in diesem heiklen Perimeter erhöht werden. Die SVP blieb mit ihren verschiedenen Rückweisungsanträgen schliesslich allein auf weiter Flur.

Der Lohn der Platzwarte

Die FDP verlangte eine Kürzung des Kredits auf 300'000 Franken. Das reiche, denn mit dem Geld würden vor ja allem Personalkosten beglichen. Es gehe nicht an, dass die Entschädigung der «Platzwarte» dermassen fürstlich ausfalle. Der Stadtpräsident widersprach dieser Darstellung. Im Kostenrahmen sei alles drin, auch etwa die Logistik sowie organisatorische Arbeiten. Der Rat wies den Kürzungsantrag deutlich ab und genehmigte den vollen Kredit mit 50 zu 10 Stimmen.

Was langfristig auf der Schützenmatte passieren soll, ist offen. Ab 2023 sollen zunächst das Henkerbrünnli, das Bollwerk und die Schützenmattstrasse umgebaut werden, anschliessend die «Schütz» selbst. Dass der Platz auch langfristig ein Ort der Begegnung sein soll, ist weitgehend unbestritten. Mit der Zwischennutzung könne man wertvolle Erfahrungen machen, sagte Stadtpräsident von Graffenried.

mon/sda

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