Nun wird auch im Westen des Bahnhofs gebaut

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat den letzten Teil des Bahnhofausbaus an der Laupenstrasse bewilligt. Der RBS musste in Einspracheverhandlungen Konzessionen machen.

Gleisseitig haben Vorarbeiten für die Plattform begonnen. Nun kann auch an der Laupenstrasse gebaut werden.

Gleisseitig haben Vorarbeiten für die Plattform begonnen. Nun kann auch an der Laupenstrasse gebaut werden.

(Bild: Adrian Moser)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Mitte März beginnen die Vorarbeiten zum Bau einer Baustellenplattform über der Laupenstrasse westlich des Berner Hauptbahnhofs. Mit der Bewilligung der Plattform hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) den letzten Teil des Bahnhofsausbaus bewilligt (siehe Kasten). An der Laupenstrasse entsteht der letzte von drei sogenannten Angriffspunkten zum Bau des neuen RBS-Tiefbahnhofs, der unterhalb der Gleise 2–7 des heutigen SBB-Bahnhofs errichtet wird. Die Bauarbeiten an den anderen beiden Angriffspunkten im Hirschenpark beim Henkerbrünnli und auf dem Eilgutareal bei der Reitschule sind bereits im Gang.

Auf die Plattform an der Laupenstrasse rollen dereinst die Lastwagen, die Material zur unterirdischen RBS-Baustelle liefern. Von der Plattform wird das Material mittels Kran durch einen senkrechten Schacht zur Baustelle hinuntergelassen. Die benachbarte Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte Einsprache gegen das Vorhaben erhoben, da die Lastwagen über eine Rampe unmittelbar vor der Fassade des Finma-Gebäudes gefahren wären. Der RBS hat diese Befürchtungen offenbar ernst genommen und ist nun der Finma in den Einspracheverhandlungen weitgehend entgegengekommen.

«Zugeständnisse bei der Logistik»

So wird die Plattform nun kleiner als ursprünglich vorgesehen, und sie soll «weniger nah am Finma-Gebäude zu stehen kommen», teilt der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) mit. Zudem soll es statt zwei nur eine Zufahrt auf die Plattform geben, die nicht mehr direkt vor der Finma-Fassade verläuft. Der Zufahrtsrampe werden 16 Alleebäume auf der Strassenseite stadtauswärts weichen müssen. «Das haben wir von Anfang an so kommuniziert», sagt RBS-Sprecherin Christine Schulz-Dübi. Die Bauherrschaft kommt der Finma noch in einem weiteren Punkt entgegen: So verzichtet sie auf die Platzierung von Baustellen-Containern auf der östlichen Seite der Plattform. «Wir haben Zugeständnisse bei der Logistik gemacht», sagt die RBS-Sprecherin.

Wo die Container zu stehen kommen, die auf der verkleinerten Plattform keinen Platz finden, ist noch unklar. «Das ist Sache des Bauunternehmers.» Trotz der Abstriche bei der Zufahrt geht die RBS-Sprecherin nicht von einer Verzögerung der Bauarbeiten aus. «Wir konnten die Planung anpassen.» Bei der Finma ist man mit dem Erreichten zufrieden. Die Verkleinerung der Plattform und der Verzicht auf eine der Zufahrtsrampen seien «wesentliche Verbesserungen», sagt Finma-Sprecher Vinzenz Mathys. Trotzdem werde die Baustelle zu «Emissionen und Beeinträchtigungen» führen, denen man «operationell» begegnen werde. Was genau darunter zu verstehen ist, führt der Sprecher nicht weiter aus.

Insgesamt sieht die Finma aber den «Mehrwert des SBB/RBS-Gesamtprojekts» und ist entsprechend froh, eine rechtliche Einigung gefunden zu haben, hält Mathys fest. Auf die Frage, ob der einst erwogene Wegzug der Finma von der Laupenstrasse nun endgültig vom Tisch sei, geht Mathys nicht ein.

«Nicht unbedingt glücklich»

Bedenken wegen des Lärms haben noch weitere Anwohnerinnen und Anwohner. Um ihren Bedürfnissen entgegenzukommen, hat die RBS eine Begleitgruppe gebildet, der auch ein Vertreter der Quartierkommission des Stadtteils drei (QM3) angehört. An einem Informationsanlass Anfang Woche sind ungefähr vierzig von vierhundert geladenen Personen erschienen. «Die Anwohner sind nicht unbedingt glücklich wegen des Lärms», sagt QM3-Vorstandsmitglied Fabian Dreher.

Ein wichtiger Grund dafür sei, dass viele Arbeiten nur in der Nacht ausgeführt werden könnten, um den Verkehr nicht zu behindern. Seitens der Mitglieder der Quartierkommission habe es aber keine Eingabe zum Thema gegeben, hält Dreher fest. «Irgendwie muss ja nun gebaut werden. Das Quartier kann mit dem Lärm leben.»

Der Bund

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