Fuchs stellt Polizeichef infrage

Während Grossrat Thomas Fuchs Polizeichef Manuel Willi infrage stellt, steht Gemeinderatskandidat Bernd Schildger hinter Stadtpräsident Alexander Tschäppät.

Polizeichef Manuel Willi wird von Grossrat Thomas Fuchs kritisiert. (Bild 2010).

Polizeichef Manuel Willi wird von Grossrat Thomas Fuchs kritisiert. (Bild 2010).

(Bild: Valérie Chételat)

Bernhard Ott@Ott_Bernhard

Die Wortwahl ist eindeutig: «Terror in der Reitschule: An Ihren Händen klebt Blut, Herr Stadtpräsident Tschäppät», lautet der Titel einer Mitteilung der Vereinigung Bern aktiv, die von Grossrat Thomas Fuchs (SVP) gegründet worden ist. Fuchs’ Vereinigung setzt eine Belohnung von 1000 Franken zur Ergreifung der Täterschaft aus, die letzten Samstag vor dem Kulturzentrum Reitschule elf Polizisten verletzt hat. Ins Visier der Truppe gerät auch Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei. Falls dieser nicht willens sei, für den Schutz der Polizeikräfte einzustehen, «wäre es wohl besser, er würde seinen Chefjob freigeben», heisst es in der Mitteilung weiter.

Schildger hofft auf die Vernunft

Etwas andere Töne sind von SVP-Gemeinderatskandidat Bernd Schildger zu vernehmen – wenn auch nicht in der Analyse, so doch in der Therapie. In der Analyse vertritt der Tierpark-Direktor klar den SVP-Kurs: Polizei, Sanitätspolizei und Feuerwehr setzten sich tagtäglich für die Sicherheit der Bevölkerung ein. «Dafür gebührt ihnen Respekt.» Wenn jemand die Einsatzkräfte mit Steinen bewerfe, rüttle er an den Grundfesten der Gesellschaft. Die Reitschul-Betreiber wiederum seien überfordert. Ihnen gelinge es nicht, den Kulturbetrieb von den Krawallmachern zu trennen. «Damit schaffen sie sich letztlich selber ab», sagt Schildger.

In der Therapie hingegen dürfte Schildgers Haltung eher SVP-untypisch sein. Vorsichtig stellt er fest, dass die Initiative «Keine Steuergelder für die Reitschule» offensichtlich einem Bedürfnis entspreche.

Ob er persönlich das Volksbegehren unterstützt, lässt das Neumitglied der Volkspartei aber offen. «Ich gehe davon aus, dass bis zum Zeitpunkt der Abstimmung noch viel Vernünftiges geschehen wird», sagt Schildger. Und attestiert die Vernunft überraschenderweise nicht nur dem Volk, das oft vernünftiger entscheide als die Machthaber – sondern auch dem Gemeinderat. «Noch klarer als der Stadtpräsident kann man sich nicht ausdrücken», sagt Schildger. Tschäppät hat zwar «Konsequenzen» für die Reitschule angekündigt, zieht eine Schliessung aber höchstens als Ultima Ratio in Betracht.

Der Bund

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