Frühes Weihnachtsgeschenk für die Heitere Fahne

Nachdem das Kollektiv Freiraum die Vergabe des Sozialpreises kritisiert hat, erhält es eine Spende in der Höhe des Preises.

Eine grosszügige Spende als leiser Protest gegen die Vergabe des Berner Sozialpreises. Das Kollektiv Freiraum darf es freuen.

Eine grosszügige Spende als leiser Protest gegen die Vergabe des Berner Sozialpreises. Das Kollektiv Freiraum darf es freuen. Bild: Franziska Rothenbühler (Archiv)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Geldsegen kommt unerwartet. In einem offenen Brief hat das Kollektiv Freiraum die Vergabe des Berner Sozialpreises an den Gaskessel kritisiert. Die Mitglieder monierten, die Stadt zeichne mit dem Gaskessel ein subventioniertes Projekt aus und wünschten sich von der Jury mehr Sinn für die aktuellen politischen Diskussionen.

Nur ein Tag nach der Publikation des Preises Anfang Dezember erhielt das Kollektiv elektronische Post. Es war dicke Post. Eine Privatperson, die nicht namentlich genannt werden möchte, bot eine Spende von 10‘000 Franken an. Das entspricht der Summe des Sozialpreises. Für seine Projekte für Menschen mit und ohne Behinderung habe das Kollektiv einen Preis verdient, schrieb die Spenderin in ihrer Nachricht.

Spenderin setzt sich für Integration ein

Sie teile die Kritik an der Vergabe des Sozialpreises, sagt die Spenderin. Die Integration von ausländischen Jugendlichen oder Schülern mit einer Beeinträchtigung sei ihr immer ein Anliegen gewesen, sagt die Spenderin. Denn sie selber habe eine gute Bildung erhalten und wolle der Gesellschaft etwas zurück geben. Ihre Eltern hätten ihr dies bereits vorgelebt. «Ich will mit Leib und Seele, dass es den Menschen gut geht.» Und es gehe ihnen gut, wenn man sie dazu befähige, selbständig zu sein. Vor ihrer Pensionierung war die Spenderin Schulleiterin und setzte sich dort selbst für die Integration von jungen Menschen ein.

«Zuerst hielten wir die Nachricht für einen Aprilscherz, danach war es wie Weihnachten», sagt Rahel Bucher vom Kollektiv Freiraum. Wofür sie das Geld ausgeben wollen wissen die Kollektiv-Mitglieder noch nicht. Aber es sei klar, dass es direkt in soziale Projekte fliessen solle. Im Januar wird das Kollektiv der Spenderin ein Konzept vorlegen, was es mit dem Geldsegen plant.

Das Thema ist Inklusion

Das Kollektiv Freiraum wurde vor acht Jahren gründet. Es will Soziales mit Kultur verbinden. Das Kollektiv betreibt das inklusive Kulturlokal Heitere Fahne, organisiert das Festival Säbelibum sowie das inklusive Theater Freiraum. In allen Projekten arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe zusammen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.12.2016, 19:20 Uhr

Artikel zum Thema

Berner Sozialpreis für Gaskessel löst Missmut aus

In einem offenen Brief kritisieren zwei Gruppen aus der freien Kulturszene die Vergabe des Berner Sozialpreises an den Gaskessel. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von DerBund.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Blogs

History Reloaded Zeit ist Macht

Von Kopf bis Fuss Biologische Ernährung senkt das Krebsrisiko

Werbung

Kulturell interessiert?

Bizarre Musikgenres, Blick in Bücherkisten und das ganze Theater. Alles damit Sie am Puls der Zeit bleiben.

Die Welt in Bildern

Festival vereint die verschiedenen Kulturen des Landes: Eine Frau singt und tanzt bei einem Strassenfest in Südafrika in einem traditionellen Kleid. (14. Dezember 2018)
(Bild: Rajesh JANTILAL) Mehr...