Flamingo macht Berns Strassen unsicher

Ungewöhnicher Passant: Am Montagabend beschäftigte ein entflohener Flamingo am Berner Casinoplatz die Kantonspolizei.

Zwei Polizisten nähern sich vorsichtig dem Jungtier.

Zwei Polizisten nähern sich vorsichtig dem Jungtier. Bild: Leserreporter

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Es war ein wunderlicher Anblick für Leser Yathavan Yogananthan, als er am Montagabend kurz vor 23 Uhr am Casinoplatz in Bern vorbei lief. Mitten auf dem Casinoplatz versuchten nämlich gerade zwei Polizisten, einen Flamingo in Schach zu halten. Bus und Tram hätten warten müssen, bis die Polizisten das Tier jeweils aus der Bahn hätten lenken können, berichtet Yogananthan.

Die Meldung über den freilaufende Flamingo sei kurz vor 22.30 Uhr eingegangen, wie es bei der Kantonspolizei Bern auf Anfrage heisst. Daraufhin hätten sich zwei Polizisten auf den Weg gemacht, um den Vogel einzufangen. «Zwanzig Minuten dauerte es, bis der Flamingo gefangen war», wie eine Mediensprecherin der Polizei sagt.

Spontaner Ausflug

Doch was macht ein Flamingo mitten in die Stadt? Das Tier entfloh dem Tierpark Dählhölzli, wie Tierpark Direktor Bernd Schildger sagt. Die Polizei habe das Tier noch am selben Abend unversehrt zurückgebracht. Der Einsatz dauerte rund vierzig Minuten.

Bei dem Flamingo handle es sich um ein relativ junges Exemplar, das erst letztes Jahr aus Basel ins Dählhölzli kam, sagt Schildger. Normalerweise habe man keine Probleme mit fliegenden Flamingos. Studien belegten, dass 20 bis 30 Prozent der Tiere flugunfähig seien. Zudem habe man im Dählhölzi viele ältere Flamingos. «Unser ältestes Tier ist etwa 50 Jahre alt», sagt Schildger. In der Regel würden die Tiere in Gruppen zusammen bleiben. «Der ausgerissene Vogel hat offensichtlich die Forschungsliteratur nicht gelesen.»

Die Federn der Tiere würden zwar normalerweise gestutzt, im Moment seien dem Tierpark aber die Hände gebunden, sagt Schildger. Zu dieser Zeit gebe es viele Paare, die auf ihren Nestern brüteten. Würde man da dazwischen gehen, flüchteten die Tiere. Dies würde die gesamte Brut gefährden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.06.2018, 10:18 Uhr

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