Fehlerhafte Software lässt Sirene heulen

Ein Sirenen-Fehlalarm hat am Sonntagabend im Osten Berns für Unruhe gesorgt. Wegen eines Sofwarefehlers liess sich die Anlage während 20 Minuten nicht mehr ausschalten.

Alle andern Sirenen in der Schweiz schwiegen gestern.

Alle andern Sirenen in der Schweiz schwiegen gestern.

(Bild: Keystone)

Simon Preisig@simsimst

Wer nahe des Ostrings wohnt und schon früh ins Bett geht, der wurde am Sonntag noch einmal geweckt. Kurz nach 22 Uhr heulte die Sirene an der Berner Weltistrasse auf. Der Alarm war weitherum in der Stadt Bern zu hören und hat einige Leute erschreckt: Bei der Polizei gingen zahlreiche Anrufe besorgter Bürger ein.

Der regelmässig auf- und absteigende Ton macht nämlich auf eine Gefährdung der Bevölkerung aufmerksam und fordert dazu auf, das Radio einzuschalten. Wer dies tat, wurde von SRF ab 22.15 Uhr darüber informiert, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. Die Sirene heulte derweil weiter und wurde erst nach gut 20 Minuten abgestellt.

Softwarebug löst Alarm aus

«Die Steuerungssoftware der Sirene ist abgestürzt», sagt Hannes Mathys, Leiter der Abteilung Zivil- und Bevölkerungsschutz beim kantonalen Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär. Gemäss Mathys sei der Softwaredefekt so gravierend gewesen, dass sich die Sirene nicht mehr abschalten liess. Erst die Deaktivierung der Anlage vor Ort habe die Sirene verstummen lassen.

«Nun suchen wird mit dem Hersteller der Anlage nach dem Fehler», so Mathys. Diesen lokalisiert Mathys im Zusammenspiel der Sirene und deren relativ neuen Fernsteuerung: Im Rahmen des gesamtschweizerischen Projekts «Polyalert» wurde die Anlage an der Weltistrasse vor gut zwei Jahren umgerüstet. «Die Sirene wird seither per Funk ausgelöst», so Mathys.

Bald sind alle Sirenen ferngesteuert

Da die Stadt Bern in der Gefahrenzone 2 des AKW Mühlebergs liegt, wurden die städtischen Sirenen mit höherer Priorität umgebaut als in andern Teilen des Kantons. Zur Zeit warten die letzten Anlagen im Oberaargau und im Jura auf ihre Funkanbindung. Bis Herbst 2016 hören dann alle Sirenen im Kanton Bern auf Funksignale.

Wenn es zu einem Ernstfall kommt, kann die Sirene an der Weltistrasse laut Mathys bereits wieder aus der Zentrale aktiviert werden. Klappt dies nicht, gibt es einen Plan B: «Ein Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Bern würde die Sirene einschalten gehen», so Mathys.

Auf Twitter bedankten sich mehr als zehn Menschen bei SRF über die Entwarnung zum Fehlalarm. Kritik wurde derweil an der App «alertswiss» geäussert. Die im Februar vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) lancierte Smartphone-Applikation blieb am Sonntag nämlich still. Gemäss eines Sprechers des Babs handle es sich dabei jedoch um falsche Erwartungen der Appbenutzer: Die Bereitstellung von Informationen zu einem aktuellen Ereignis sei erst in Zukunft geplant, zurzeit informiert die Plattform erst über «vorsorgliche Massnahmen zur Bewältigung von Katastrophen und Notlagen».

DerBund.ch/Newsnet

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