Ethikkommission bewilligt Berner Cannabis-Versuch

Die kantonale Ethikkommission erlaubt die versuchsweise Abgabe von Cannabis in Stadtberner Apotheken.

In Berner Apotheken soll Hanf legal abgegeben werden können. (Symbolbild/Archiv)

In Berner Apotheken soll Hanf legal abgegeben werden können. (Symbolbild/Archiv) Bild: Adrian Moser

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Das Forschungsprojekt für den Verkauf von Cannabis in Stadtberner Apotheken hat eine wichtige Hürde genommen. Die Kantonale Ethikkommission hat das Gesuch bewilligt. Das teilten die Stadt Bern und die Universität Bern am Freitag mit. Sie spielen den Ball nun dem Bund weiter: Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) wird ein Gesuch beim Bundesamt für Gesundheit einreichen.

Die Studie soll den regulierten Cannabisverkauf in Apotheken prüfen. Die Studienteilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, in der Stadt Bern wohnen und bereits Cannabis konsumieren, was mittels Haarprobe bestätigt werden muss. Für den Kauf des Cannabis wird den Teilnehmern eine Apotheke fix zugewiesen.

Grosses Gewicht legte die Kantonale Ethikkommission bei ihrer Prüfung auf die Gewährleistung des Datenschutzes. Alle erhobenen Daten müssen vom ISPM streng vertraulich behandelt und dürfen an keine andere Stelle weitergereicht werden. Studienleiter Matthias Egger freut sich: Viele Berner Kiffer kauften auf dem Schwarzmarkt Cannabis, das einen stark schwankenden THC-Gehalt und Pestizide oder Pilzsporen enthalten könne. Mit dem Verkauf in den Apotheken könnten gesundheitliche Risiken vermindert werden, wird Egger in der Pressemitteilung zitiert.

Bevor das Projekt tatsächlich starten kann, braucht es noch das grüne Licht des Bundes. Das Bundesamt für Gesundheit muss eine Ausnahmebewilligung für Anbau, Einfuhr, Herstellung und Inverkehrbringen von Cannabis erteilen. Voraussetzung ist, dass die Betäubungsmittel der wissenschaftlichen Forschung dienen.

In mehreren Kantonen und Städten sind zum Umgang mit Cannabis politische Vorstösse hängig. Diese Städte und Kantone haben sich in einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Pilotprojekte werden zurzeit auch in Basel, Genf und Zürich ausgearbeitet. (zec/sda)

Erstellt: 03.03.2017, 10:52 Uhr

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