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«Es schwirrt viel in meinem Kopf herum»

Alles soll neu werden am Gurtenfestival. Deshalb wird der langjährige Gurten-Kopf Philippe Cornu nach 28 Jahren nicht mehr fürs Programm verantwortlich zeichnen.

«Wir haben stets versucht, den Zeitgeist einzufangen»: Philippe Cornu und Pascal Rötheli von der Agentur Wildpony.

«Wir haben stets versucht, den Zeitgeist einzufangen»: Philippe Cornu und Pascal Rötheli von der Agentur Wildpony.

(Bild: Adrian Moser)

Ane Hebeisen

Wann ahnten Sie, dass 2018 Ihr letztes Gurtenfestival sein könnte?
Pascal Rötheli: Im Mai vor dem Festival. Da wurde uns mitgeteilt, dass man neue Leute für das Booking suche und eine interne Lösung anstrebe.

Philippe Cornu: Ich war damals eigentlich noch ganz optimistisch, dass es trotzdem weitergehen könnte. Ich empfand die Grundstimmung stets als sehr positiv und dachte, dass man wieder auf uns zurückkommen werde. Ich habe mich getäuscht.

Es gab heuer vermutlich an einigen Festivals Krisensitzungen und die Frage, in welche Richtung man sich künftig entwickeln wolle. Montreux verbuchte nur wenige ausverkaufte Abende, Rock oz’Arènes erlitt ausgerechnet mit dem Hip-Hop-Abend Schiffbruch, in St. Gallen hatte man die Jugend vergessen. Was geschieht da gerade in der Festivalszene?
Cornu: Gerade Festivals, die auf ein junges Publikum fokussieren, haben tatsächlich mit neuen Zeiterscheinungen zu kämpfen. Das Hörverhalten hat sich gewandelt, es ist schwieriger zu eruieren. Die Verbundenheit des Musikhörers mit der Band ist schwächer, und der einzelne Song ist wichtiger geworden als das Album. Und die Frage ist: Bezahlen die Jungen für eine Band Eintritt, von der sie nur einen Song auf einer Playlist haben? Wer sich auf ein junges Publikum ausrichtet, kämpft mit vielen Unbekannten. Das macht die Sache gerade ein bisschen kompliziert.

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