Einsprachen sorgen für WC-Engpass

Die Zwischennutzung auf der Schützenmatte bereitet sich auf den Sommer vor. Doch die Zukunft der Aktivitäten ist ungewiss.

Die Zwischennutzung auf der Schützenmatte steht vor einer ungewissen Zukunft.

Die Zwischennutzung auf der Schützenmatte steht vor einer ungewissen Zukunft.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Martin Erdmann@M_Erdmann

Auf der Schützenmatte tut sich etwas. Seit kurzem breitet sich dort industrieller Chic aus. Silotanks, die in ihren besten Tagen einmal lindgrün waren, stehen neben rostroten Baucontainern. Diese Umdekorierung ist Teil der neu gestalteten Zwischennutzungs-Landschaft, die sich über den Sommer auf der Schützenmatte entfalten wird. «Der Platz wird ziemlich voll werden», sagt Christoph Ris vom Verein Platzkultur, der die Zwischennutzung betreibt.

Seine Freude auf die kommenden Sommermonate ist jedoch getrübt. Denn eine Schützenmatte voller Bars und kultureller Einrichtungen bedeutet für Ris viel Arbeit. Für diese findet er momentan aber kaum Zeit. Grund: «Dinge, die ich nicht so gerne mache.» Diese stehen im Zusammenhang mit Einsprachen, die gegen die Zwischennutzung eingegangen sind. «Sie sind für uns eine enorme Belastung», sagt Ris. Es sei nicht einfach, ein Programm auf die Füsse zustellen, im Wissen, dass alles von heute auf morgen durch den Zorn von Einzelpersonen beendet werden könne.

Ob die Einsprachen tatsächlich das Ende der Zwischennutzung bedeuten werden, ist unklar. Sicher ist aber, dass sie den Komfort der Gäste über den Sommer schmälern werden. Denn durch die Einsprachen sind Baubewilligungen hängig, die beispielsweise verhindern, dass Toiletten mit Kanalisationsanschluss installiert werden können. «Wir werden wohl auf Toi Toi zurückgreifen müssen», sagt Ris. Mit diesen werde es schwierig, das Bedürfnis nach sanitären Anlagen decken zu können.

«Schwierigster Platz der Stadt»

Solche Problemherde sorgen bei Ris für Konsternation. «Eigentlich wurden wir angestellt, um diesen Platz zu betreiben, müssen uns aber dauernd mit solchen Angelegenheiten herumschlagen.» Er fragt sich, wie lange die Stadt es noch hinnehmen will, dass auf Druck von wenigen Projekte behindert werden können, die der Allgemeinheit dienen. «Die Zwischennutzung wird von der Bevölkerung sehr gut aufgenommen.»

Die Bespielung der Schützenmatte stellt Ris auch ohne Einsprachen vor eine Herausforderung. «Es ist der schwierigste Platz der Stadt. Die Bedürfnisse sind sehr verschieden.» Viele würden in der Zwischennutzung die Möglichkeit sehen, mit Sommerbars Geld zu scheffeln. «Wir mussten rund 15 Bar-Gesuche ablehnen.» Gleichzeitig beanspruche gefühlt jedes Technolabel der Stadt eine Plattform für sich. Auch da bleibt Ris hart. «Wir wollen kein Barstreet-Festival werden.»

Bis die Ungewissheit übernimmt

Ris ist ein Angebot wichtig, das für eine möglichst grosse Durchmischung sorgt. Ein Ziel, das er mit der Sommerplanung erreicht haben will. «Die Diversität ist sehr hoch. Die Betreiber sind von 19 bis 60 Jahre alt.» Dementsprechend unterschiedlich gestaltet sich das Angebot. Es reicht von Speis und Trank aus etlichen Teilen der Welt über diverse künstlerische Betätigungen bis zum Radio Bollwerk, das direkt vom Platz sendet.

Das Sommerprogramm ist bis Ende September datiert. Danach übernimmt wieder die Ungewissheit. «An Ideen fehlt es uns nicht. Die Frage ist nur, ob wir die dann noch durchführen können», sagt Ris.

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