Ein neues Leben für die Matte-Litfasssäule

Nach jahrelangen Verhandlungen erhält der Matte-Leist die Bewilligung, die Litfasssäule im Quartier mit nicht-kommerziellen Plakaten zu behängen – und für Ausstellungen zu nutzen.

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Von einer «Mini-Galerie» und einer «Kunsthalle Matte» war oft die Rede, wenn es um die Zukunft der Litfasssäule im Mattequartier ging. Nun kann der Matte-Leist das Potenzial der einstigen Telefonzelle aus den 1930er-Jahren ausschöpfen: Der Quartierverein hat nach fast dreijährigen Verhandlungen eine Sondernutzungskonzession des Gemeinderats erhalten. Fortan steht es dem Leist frei, die Aussenhülle der Litfasssäule mit nicht-kommerziellen Plakaten zu behängen und im Innenraum kleine Ausstellungen zu veranstalten.

Die denkmalgeschützte ehemalige Telefonzelle wurde im Jahr 2010 zum Ziel von selbsternannten Kunst-«Guerilleros». Die Aktivisten brachen die Säule auf und errichteten in ihrem Innern einen mystisch anmutenden Altar, der im Quartier für Aufsehen sorgte.

«Viele Ideen»

Die damalige Besitzerin, die Plakategesellschaft APG, drohte damit, die ehemalige Telefonzelle mit Beton aufzufüllen. Denn nachdem sie die Säule mehrmals verriegelt hatte, wurde diese von den «Guerrilleros» immer wieder aufgebrochen. Das Resultat des Katz- und Mausspiels: Die APG reichte zweimal Strafanzeige gegen Unbekannt ein und verlor das Interesse an der Benutzung der Aussenhülle der ehemaligen Telefonkabine. «Wir haben damals festgestellt, dass uns die Instandhaltung der Litfasssäule mehr Aufwand als Ertrag brachte,» sagt Christian Senn, Regionsleiter der APG, heute. Die Plakategesellschaft sei deshalb froh gewesen, als der Matte-Leist Interesse an der Nutzung äusserte.

Nach langwierigen Verhandlungen steht es dem Quartierverein nun frei, die Gestaltung der ehemaligen Telefonkabine in Angriff zu nehmen. Vorerst hält er sich bedeckt, wie die Litfasssäule wieder zum Leben erweckt werden soll. «Wir haben viele Ideen und würden auch gerne mit lokalen Künstlern zusammenarbeiten», sagt Andreas Lüthi vom Vorstand des Matte-Leists. «Wie wir weiter vorgehen, bleibt vorerst noch ein Geheimnis». Im Spätherbst 2013 will der Leist im Rahmen einer Medienkonferenz bekannt geben, wie die Litfasssäule künftig gestaltet wird.

Lange Verhandlungen

Der Matte-Leist übernimmt fortan die Verantwortung für den Unterhalt und das Erscheinungsbild der alten Telefonzelle. Kann sich der Verein das überhaupt leisten? «Ich denke nicht, dass wir für den Unterhalt viel Geld investieren müssen», sagt Lüthi. Gegen Sachschäden sei die Säule versichert, für Elementarschäden wie Hochwasser komme die Stadt Bern auf.

Mittlerweile liegen die Vorfälle von 2010 drei Jahre zurück. Warum hat es so lange gedauert, bis die Nutzungsbedingungen zwischen der Stadt und dem Matte-Leist ausgearbeitet waren? «Bei den Verhandlungen mit der Stadt gab es einige Unklarheiten,» sagt Lüthi. «Der Matte-Leist hätte die Säule beispielsweise gerne mit einem Stromanschluss übernommen». Allerdings wollte die Stadt die Kosten für die aufwändige Einrichtung einer Stromversorgung nicht übernehmen. Derzeit ist der Leist aber auf der Suche nach einem Provisorium: «Für zwei bis drei Jahre kommt beispielsweise die Stromversorgung mittels Solarzellen in Frage», sagt Lüthi.

Ein Grund für die lange Verhandlungsdauer liegt auch am Matte-Leist selber: «Nicht die Ausarbeitung der Konzession hat lange gedauert, sondern die Entschlussfassung innerhalb des Quartiervereins», sagt Dieter Arnold, Kommunikationsbeauftragter des städtischen Tiefbauamts. Dies ist dem Leist bewusst: «Wir haben nicht die Kapazitäten, jede Woche zu tagen», so Lüthi. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.08.2013, 15:51 Uhr

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