Die politische Front gegen den Umzug ist breit

Diverse Organisationen rufen zu der am Donnerstag geplanten Kundgebung «Aktion Medienvielfalt» auf. Sie richtet sich gegen den Umzug des SRF-Radiostudios von Bern nach Zürich.

«Bern ohne dieses Radiostudio ist undenkbar», sagte der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, Christoph Ammann (SP).

«Bern ohne dieses Radiostudio ist undenkbar», sagte der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern, Christoph Ammann (SP). Bild: Keystone

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Für kommenden Donnerstag rufen Gewerkschaften, die SRG Bern-Freiburg-Wallis, die Organisation Hauptstadtregion Schweiz und Proradiostudio.be zu einer Kundgebung auf. Angekündigt für die «Aktion Medienvielfalt» auf dem Bundesplatz ist unter anderen auch der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Auf Facebook hatten sich bis gestern am späten Nachmittag etwa 380 Personen für eine Teilnahme interessiert.

Die Kundgebung richtet sich gegen den Umzug des SRF-Radiostudios von Bern nach Zürich. Das fördere die Konzentration der Medien in Zürich, wie sie etwa auch die Tamedia mit der Mantelredaktion in Zürich betreibe. Zudem fordern die Gewerkschaften einen Gesamtarbeitsvertrag für die Medienbranche sowie den Erhalt der Medienvielfalt in der Schweiz.

Auch die SVP kommt

Gemeinsam mit SRG-Vertretern und Gewerkschaften wird auch die Stadtberner SVP demonstrieren. Die Partei hatte im Abstimmungskampf um die No-Billag-Initiative das SRF zum Sparen aufgefordert. Es sei fraglich, ob mit einem Umzug die erhofften Spareffekte wirklich eintreten würden, schreibt die Partei in einer Mitteilung vom Montag. Die Stadtberner SVP wolle ein Zeichen der Solidarität setzen, wie Präsident Thomas Fuchs auf Anfrage sagt.

Er sei überzeugt, dass die SRG den Protest nur höre, wenn klar sei, dass die Allianz für den Verbleib des Radiostudios in Bern politisch breit sei. Auch in den sozialen Medien solidarisiert sich die SVP mit den protestierenden Journalisten des Schweizer Fernsehens. So hat SVP-Nationalrat Adrian Amstutz für Proradiostudio.be ein Video-Statement aufgenommen, in dem er seine Befürchtungen vor einem «Einheitsbrei» aus einer in Zürich zentralisierten Redaktion äussert – ebenso wie Kollegen und Kolleginnen aus der Politik, mit denen die SVP sonst wenig Positionen teilt, so etwa der Berner SP-Nationalrat Adrian Wüthrich oder der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri (FDP).

Gegen den geplanten Umzug des Radiostudios SRF von Bern nach Zürich hat sich zusätzlich das «Komitee für einen vielfältigen Medienplatz Schweiz» gebildet. Dieses besteht aus Politikern aus der Region Bern-Freiburg-Wallis und ist ebenfalls breit besetzt, vom jurassischen SVP-Grossrat Manfred Bühler über die Mitteparteien CVP und BDP bis zu den SP-Regierungsmitgliedern Evi Allemann und Christoph Ammann. (Der Bund)

Erstellt: 29.08.2018, 06:47 Uhr

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