Die Wankdorf-City soll in die Höhe wachsen

Im Nordosten der Stadt Bern entsteht ein neues Quartier. 300 bis 370 neue Wohnungen sind geplant. Erste Pläne sehen zudem ein 27-stöckiges Hochhaus vor.

Vision 2025: Die alte Fabrikhalle als Kulturzentrum im Schatten der Berner «Twin Towers».

Vision 2025: Die alte Fabrikhalle als Kulturzentrum im Schatten der Berner «Twin Towers». Bild: zvg

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Noch ist die Wankdorf-City im Nordosten Berns eine graubraune Grossbaustelle mit einer knallroten Muscial-Halle als einzigem Farbtupfer. Doch bis Ende 2014 soll das ehemalige Schlachthausareal zum hochmodernen Dienstleistungszentrum heranwachsen: SBB, Post und Losinger Marazzi AG bauen derzeit eifrig an ihren neuen Hauptsitzen. Über 4000 Menschen sollen dereinst in die Wankdorf-City zur Arbeit pendeln.

Der Spatenstich vor eineinhalb Jahren bedeutete aber nicht das Ende der Planungsarbeiten – im Gegenteil. Praktisch nahtlos wurde damit die zweite Etappe des Grossprojekts Wankdorf-City ausgelöst. Östlich der Schädelinstrasse warten nämlich bis zu 150 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche an bester Lage auf eine neue Nutzung. Stadt und Burgergemeinde als Grundbesitzerinnen setzten sich deshalb unverzüglich mit drei Architekturbüros und diversen externen Spezialisten zusammen. Ziel des Workshops: Das Verwaltungszentrum soll zum urban-hippen Stadtteil werden – mitsamt Wohnungen, Gewerbefläche, Flaniermeile und der alten Fabrikhalle als Kulturzentrum. Gestern präsentierten die Beteiligten ihren Masterplan für den neuen Stadtteil.

Im Schatten des Kolosses

Bei der Projektskizze fällt zunächst die Höhe der angedachten Gebäude auf. Auf dem Boden der Burgergemeinde am Ostrand des Areals sollen entlang der Neuenschwanderstrasse, direkt vis-à-vis der S-Bahn-Station Wankdorf, vier achtstöckige Gebäude zu stehen kommen. Am Ostende soll die Strasse mit einem Hochhaus mit 27 Stockwerken und rund 96 Meter Höhe abgeschlossen werden. Damit wäre das Gebäude das zweitgrösste in der Stadt Bern – nur 5 Meter kleiner als das Berner Münster.

Im Schatten des Kolosses soll ein zweites Hochhaus mit 20 Geschossen respektive 72 Meter gebaut werden. Zusammen mit einem 18-geschossigen Bau am Nordrand des Areals bilden die Hochhäuser einen Ring um die Fabrikhalle, die zwar südlich «gestutzt», aber möglichst originalgetreu erhalten bleiben soll.

Weniger hoch hinaus wollen die Planer auf dem städtischen Boden im Zentrum des Grossareals. Dort sollen angrenzend an den Rosalia-Wenger-Platz zwei lang gezogene Bürogebäude mit einer Höhe von 50 und 29 Meter entstehen.

«Kein Familien-Wohnquartier»

Rein quantitativ dürfte auch im Ostteil der Wankdorf-City der Dienstleistungssektor dominieren. Die unteren Geschosse bleiben allerdings für Gewerbe und Gastronomie reserviert und sollen damit für Leben sorgen. In den oberen Stockwerken hingegen soll gewohnt werden. Dort sind insgesamt rund 300 Lofts und Kleinwohnungen im gehobenen Preissegment vorgesehen. Mit den Wohnangeboten ziele man auf junge, mobile Doppelverdiener ab, sagte Barbara Hayoz (FDP), scheidende Finanzdirektorin und Präsidentin des städtischen Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik.

«Wir wollen Menschen anziehen, die das pulsierende Stadtleben dem Gärtchen vor der Tür vorziehen.» Möglich sei auch eine Vermietung als Zweitwohnung an auswärtige Pendler – was allerdings aus Sicht der Quartierplanung nicht wünschenswert wäre: «Schliesslich wollen wir das Quartier beleben.» Insgesamt sollen weitere 4000 bis 5000 Personen in Berns Nordosten gelockt werden. «Wir wollen den Stadtrand nach Norden verschieben», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät.

Vision ohne Verbindlichkeit

Noch sind die Pläne aber blosse Absichtserklärungen – rechtlich bindende Entscheidungen sind noch keine gefallen. Dennoch haben sich die Beteiligten mit Unterschrift grundsätzlich auf Nutzungsmass, Nutzungsmix und gewisse gestalterische Grundsätze geeinigt. Bis die Vision allerdings umgesetzt werden kann, dürften noch Jahre vergehen. Am schnellsten wäre eine Realisierung auf dem Boden der Stadt denkbar – möglicherweise bereits bis 2016.

Die Stimmberechtigten hatten an der Urne bereits 2003 die rechtlichen Grundlagen für eine Überbauung geschaffen. Für die Hochhäuser auf dem Land der Burgergemeinde braucht es aber einen neuerlichen Urnengang. Wann dies der Fall sein wird, ist heute noch ungewiss. «Gemeinderäte kommen und gehen – die Wankdorf-City aber bleibt», sagte Tschäppät mit Verweis auf die rund 25-jährige Entstehungsgeschichte der Überbauung. (Der Bund)

Erstellt: 28.11.2012, 06:37 Uhr

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