Die Schützenmatte wird erneut zum «Stadtlabor»

Die Schützenmatte in Bern wird wieder zum Experimentierraum. Das diesjährige Programm ist vielfältig und zielt auf ein breites Publikum.

Vom 2. August bis zum 25. September wird die Schützenmatte wieder zum Stadtlabor. (Archiv)

Vom 2. August bis zum 25. September wird die Schützenmatte wieder zum Stadtlabor. (Archiv) Bild: Valérie Chételat

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Ein Sandhaufen auf dem umgenutzten Parkplatz vor der Reitschule und ein Holzturm mit der Aufschrift «Schöne neue Welt»: Das letztjährige Neustadt-Lab warf bei vielen Stadtbewohnern in erster Linie Fragezeichen auf. Entsprechend verlassen sah die Schützenmatte denn auch oftmals aus. Immerhin vermochten die drei Barbetriebe abends ein breiteres Publikum anzuziehen.

Dies soll bei der diesjährigen Ausgabe anders werden – auch wenn sich am Konzept nicht viel geändert hat. Vom 2. August bis zum 25. September wird die Schützenmatte wieder zum Tummelfeld für Engagierte und Kreative. Die Berner Bevölkerung kann den Platz in dieser Zeit für ihre Ideen nutzen – und das für einmal gebühren- und bewilligungsfrei. Mitmachen kann jeder, einzige Bedingung ist, dass man sich mit der Koordinationsstelle des Neustadt-Lab abspricht.

Bunte Veranstaltungsreihe

Eine aussichtsreiche Neuerung in diesem Jahr ist die Solstage: Auf der neuen Bühne sind vier Veranstaltungsreihen geplant, die abends stattfinden. Der Montag ist jeweils dem Berner Rap-Schaffen gewidmet, dienstags gibts Worldmusic mit Bands aus Irland, Afrika und Südamerika; Literaturinteressierte kommen am Mittwoch auf ihre Kosten, und donnerstags bietet die Reihe «Ungergrund Bärn» experimentelle Musik aus der Hand von Jazzmusikern. Nicolai Wenger, Mitinitiator der Solstage, ist es ein Anliegen, ein breiteres Publikum auf die Schützenmatte zu holen.

Das Neustadt-Lab beherbergt ausserdem gleich mehrere Festivals. Darunter die Feckerchilbi, das wichtigste kulturelle Fest der Jenischen, und das UNA-Festival in der grossen Halle der Reitschule. Neu werden auch verschiedene Sportarten auf dem Platz angeboten. Zwar wird die Skateanlage nicht wie geplant zum Start des Neustadt-Labs eröffnet. Sie sollte aber bis Mitte August fertiggestellt sein. Ebenfalls geplant ist ein Fussballturnier.

Zukunft des Neustadt-Lab

Daneben kommen etliche Holzkonstruktionen auf dem Platz zu stehen. Darunter sind zwei Bars, aber auch erneut ein zweistöckiger Holzturm: Im unteren Stock des Turms wird es eine Küche geben, auf der gedeckten Dachterrasse können die Besucher die Aussicht geniessen.

Geht es nach den Initiatoren des Neustadt-Lab, dann sollte aus dem Anlass eine dauerhafte Umnutzung der Schützenmatte entstehen. Laut Juerg Luedi, Projektleiter von Neustadt-Lab, geht es im nächstem Schritt darum, einen Trägerverein zu gründen. Die Trägerschaft hat sich zum Ziel gesetzt, ein Konzept für eine künftige ganzjährige Umnutzung der Parkplätze vor der Reitschule auszuarbeiten. Das Nutzungskonzept soll noch im Sommer 2016 im Gemeinderat behandelt werden.

Der letztjährige Anlass wurde als Erfolg gewertet, weshalb der Gemeinderat einem zweiten Durchgang zustimmte. Die Stadt unterstützt das Neustadt-Lab mit 75'000 Franken. Weitere Unterstützung erhalten die Initianten von verschiedenen Kulturförderstellen. (Der Bund)

Erstellt: 02.08.2016, 08:52 Uhr

No borders, no nations

10'000 Menschen an Gratis-Open-Air

Der regnerische Sonntagmorgen hatte auf die Berner Schützenmatte eine entzaubernde Wirkung. Pfützen bildeten sich auf der Betonwüste und verwischten die letzten Spuren des «No borders, no nations»-Open-Air der Reitschule. Die Zäune, an denen politische Botschaften hingen, die Holzkonstruktion, in der Seitan-Döner verkauf wurden, die Bierstände mit ihren Zapfhähnen und selbst die Konzertbühne – alle wurden sie am frühen Sonntagmorgen abgebaut.

Die Reitschule zieht eine positive Bilanz. Wie die Mediengruppe in einer Mitteilung von Sonntagabend schreibt, wurde das zweitägige Gratis-Open-Air, das bewusst auf Sponsoren verzichtet, von rund 10?000 Menschen besucht. Der Anlass sei nur dank der hohen Solidarität der Besucher möglich gewesen, die das Fest mit dem Kauf eines Solidaritäts-Bändeli unterstützten. Im Einsatz standen 300 freiwillige Helferinnen und Helfer. Die Stimmung war ausgelassen und friedlich, wie die Mediengruppe der Reitschule in der Mitteilung schreibt.

Auch aus polizeilicher Sicht verlief das Open Air ohne nennenswerte Probleme: «Es sind keine grösseren Zwischenfälle bekannt», sagt Kapo-Sprecherin Corinne Müller. Einzig: «Es gingen mehrere Lärmklagen ein.» Für die Musik sorgte am Freitag
unter anderem der Berner Rapper Tommy Vercetti, der sein Album taufte; am Samstag stellte der Auftritt der Berliner Cyberpunker von Atari Teenage Riot den Höhepunkt dar.

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