«Die Schaulustigen sind ein Problem»

In der Stadt Bern ist die Feuerwehr damit beschäftigt, Vorkehrungen für das allfällige Hochwasser zu treffen. Bisher laufe alles zufriedenstellend, so Sprecher Franz Märki – risikofreudige Gaffer bereiten ihm aber Sorgen.

  • loading indicator
Hanna Jordi

Franz Märki, Sie sind gerade im Altenberg unterwegs. Wie präsentiert sich die Lage?
Die Lage ist unverändert seit dem Morgen: Wir haben einen sehr hohen Pegelstand der Aare. Für den Moment haben wir alles unter Kontrolle, doch da wir nicht wissen, ob das Wetter hält, wage ich keine Prognose. Ein neues Problem hat sich allerdings ergeben: Es gibt viele Schaulustige. Manche flanieren sogar über die abgesperrten Uferwege und gefährden sich so.

Die Uferwege sind nur leicht überschwemmt. Die Aare steigt ja nicht wie ein Bergbach an, ist das Risiko nicht überschaubar?
Ganz und gar nicht! Zwar ist das Wasser stellenweise nur leicht über die Wege geschwappt, doch was man von oben nicht sieht, sind die Unterspülungen. Ist ein Weg unterspült, bricht er ohne weiteres ein. Das ist lebensgefährlich.

Haben Sie Einsatzkräfte vor Ort, die die Menschen davon abhalten, die Absperrungen zu überqueren?
Stellenweise schon, doch Sie müssen bedenken: Die Uferwege sind kilometerlang – dieses Gebiet können wir nicht überwachen. Ich kann lediglich an die Leute appellieren, die Absperrungen zu respektieren und ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen.

Wenn Sie sonst noch einen Appell an die Bevölkerung richten könnten, welcher wäre das?
Beaverschläuche, also die orangen Dämme, sind keine Hüpfburgen. Kleine wie grosse Kinder vergessen das zeitweise gern. Die Schläuche nehmen Schaden, wenn man auf sie tritt.

Die Feuerwehr hat am Läuferplatz in der Matte einen Infostand eingerichtet. Wird er genutzt?
Ich komme gerade von dort. Ja, die Menschen interessieren sich natürlich sehr. Touristen kommen und fragen, ob sie gefahrlos flanieren können, Anwohner holen Rat, ob sie das eingelaufene Grundwasser im Keller abpumpen sollen. Viele Matte-Bewohner haben uns auch schöne Rückmeldungen gegeben: Sie seien bislang sehr zufrieden mit der Arbeit der Feuerwehr.

Und was raten Sie den Leuten, die Grundwasser im Keller haben?
Abwarten. Das Grundwasser abzupumpen hat keinen Sinn, das läuft sofort nach. Die Alteingesessenen wissen das, es sind eher die Zugezogenen, die unsicher sind. Wir haben der Bevölkerung ja bereits am Dienstag per SMS geraten, die exponierten Keller zu räumen. Wer das getan hat, braucht sich jetzt nicht weiter zu sorgen.

Was unternimmt die Feuerwehr nun weiter, um im Fall eines Hochwassers vorbereitet zu sein?
Vorbereitet sind wir ja. Es kommt wie es kommt. Damit wir nicht überrascht werden, sind wir jetzt ständig mit dem AWA, dem Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern, das die Aarezuflüsse kontrolliert, sowie mit verschiedenen Wetterstationen in Kontakt.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt