Die Rückkehr des Billig-Hotdogs

Der Disput um die teure Verpflegung in den Berner Badis hat gewirkt. Nun verkaufen die Pächter neu einen Kinder-Hotdog für 6 Franken. Die Juso finden das «mega».

Insbesondere das Beizli beim Weyermannshaus wurde stark kritisiert.

Insbesondere das Beizli beim Weyermannshaus wurde stark kritisiert.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Franken 9.50 für einen Hotdog: Das Angebot der neuen Pächter von drei Berner Badibeizen sorgte in der Vergangenheit bei einigen Besuchern für Empörung. Jetzt hat man offenbar reagiert. Ab sofort gibt es den Kinder-Hotdog für 6 Franken.

Didier Steiner von der Badi Beizli GmbH bestätigt eine entsprechende Meldung der «Berner Zeitung». Dürfen auch Erwachsene den Kinder-Hotdog – bestehend aus einem Brötli und einem Würstli – kaufen? «Alle dürfen den Kinder-Hotdog kaufen», sagt Steiner, «auch Erwachsene». Anschliessend dürfen diese den Minimal-Hotdog mit «so viel Ketchup oder Mayo auffüllen, wie sie wollen», so der Beizli-Betreiber. Aber wird die Wurst auch weiterhin aus Bio-Fleisch bestehen? Der Hotdog sei noch nie Bio gewesen, so die Antwort, «das wurde von den Medien erfunden». Der Hotdog bestehe aus «reinem Schweizer Fleisch», und das Konzept, wenn möglich regionale und frische Produkte zu verwenden, werde man nicht ändern. Steiner stellt unmissverständlich klar: «Vietnamesische Fischknusperli werden wir nie verkaufen.» Im Übrigen sei aber das restliche Angebot «nicht in Stein gemeisselt» und werde laufend angepasst. Mehr könne er aber dazu im Moment noch nicht sagen.

Juso stellten Klassenfrage

Die neuen Pächter in drei der fünf Berner Badis gerieten in der Vergangenheit wegen ihres Angebots unter Beschuss. Vor allem der Hotdog aus regionaler Produktion gab zu reden. Er kostete 9.50 – mehr als doppelt so viel wie bisher. Die Juso stellten während des Streits um die Preise des Badi-Foods sogar die Klassenfrage und verteilten an einer Aktion vor dem Weyermannshaus Gratis-Hotdogs. Zusammen mit ihrer Mutterpartei forderten die Juso in einer dringlichen Motion den Gemeinderat dazu auf, mit den Badi-Pächtern über «kostengünstige Elemente für kleine Portemonnaies» im Angebot zu sprechen.

Sind die Juso nun zufrieden? «Ich bin mega erfreut, dass die Badi-Betreiber so schnell und unkompliziert auf unsere Forderungen reagiert haben», sagt Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. Trotzdem bleibe das grundsätzliche Problem bestehen: «Es ist in unserer Gesellschaft nicht möglich, nachhaltig und gleichzeitig preiswert Nahrungsmittel zu produzieren», sagt Funiciello. Es sei ihnen im Übrigen nie darum gegangen, die Badi-Betreiber anzugreifen. Die Beizlis seien lediglich ein «Beispiel» gewesen, an dem sich dieser Grundwiderspruch besonders besonders deutlich gezeigt habe, so die Parteipräsidentin. Sie werde deshalb die Motion aufrechterhalten, denn es gehe ja nicht nur um Kinder und sie finde eine Prüfung des Angebots, wie gefordert, nach wie vor sehr sinnvoll, sagt die Juso-Präsidentin.

DerBund.ch/Newsnet

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