Die Neuen im Fischerstübli

Das Fischerstübli hat zwei neue Wirte: Oktay Ari und Hüseyin Matur setzen auf die Kraft des Mittelmeers.

Die neuen Patrons im Fischerstübli: Oktay Ari (l.) und Hüseyin Matur.

Die neuen Patrons im Fischerstübli: Oktay Ari (l.) und Hüseyin Matur.

(Bild: Christian Zellweger)

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Vor dem Restaurant Suresh in der Matte sitzen die Gäste trotz leichten Regens draussen an den Tischen. Betrieb herrscht auch auf der anderen Strassenseite im Fischerstübli – in dem Lokal, das Wirt Suresh im Februar nach 16 Jahren verlassen hatte, um gegenüber sein neues Lokal zu eröffnen.

In den Räumen des Fischerstüblis sieht es aber noch nicht nach Restaurantbetrieb aus. Es riecht nach Farbe, die Wände sind mit Plastikblachen verhängt. Mittendrin stehen Hüseyin Matur und Oktay Ari und diskutieren mit dem Maler. Sie sind die künftigen Wirte im Fischerstübli. Das Lokal zu übernehmen, «das war eine spontane Entscheidung», erzählen sie. Ari habe gehört, dass die Räume frei würden, «da habe ich nicht zweimal überlegt», sagt Matur.

Er zeigt auf eine weisse Wand: «Hier wird uns der Kunstmaler Oskar Weiss ein Wandbild machen.» Eröffnung feiern wollen die Wirte am 29. Mai, der Testbetrieb mit Freunden und Bekannten läuft schon früher an. «Gemütlich» soll es werden im Restaurant, und mit der Terrasse wollen sie den «Dorfplatz» in der Matte beleben.

Das Hufeisen bringt Glück

Matur, Betreiber des 5ème Etage gleich in der Nachbarschaft am Mühleplatz, hegte schon lange den Traum von einem eigenen Restaurant. Er und sein Geschäftspartner Ari können auf viel Gastroerfahrung zurückgreifen. Ari ist seit 12 Jahren im Geschäft, begonnen hatte er einst in Istanbul. Matur bewirtet im 5ème Etage seit gut sieben Jahren Firmen und andere Gruppen.

Saisonal, frisch und regional, das sei ihnen wichtig, betonen die beiden. Den Unterschied zu anderen Restaurants soll das Bild der «Mittelmeer-Welt» machen. «Das Mittelmeer reicht für uns nicht nur von Spanien bis Italien. Für uns umfasst es den ganzen hufeisenförmigen Bogen, von Portugal bis nach Marokko.» Und das Hufeisen, das bringe schliesslich Glück, sagt Matur.

Am Mittag zählen sie auf die vielen Arbeitstätigen in der Matte und der unteren Altstadt – Kreative, Beamte und Handwerker. Da gebe es Menüs, aber auch Pasta aus der Schüssel zum Selberschöpfen, «wie in Rom, das gefällt mir», sagt Matur. Zusätzlich gibt es ein Take-away-Angebot.

Der Saal im hinteren Teil kann für Tagungen oder Sitzungen gemietet werden – mit Catering aus dem Restaurant. Am Abend soll es dann für jeden Gang eine Auswahl von drei bis vier Gerichten geben, jeden Tag mit neuer Karte. Die Abwechslung ist Ari und Matur wichtig – und auch ihr künftiger Koch sei sehr experimentierfreudig.

Fernziel Fischzucht

Ins Zentrum stellen wollen Matur und Ari im Fischerstübli den Fisch. Dieser soll auch mal ungewohnt serviert werden, zum Beispiel als Ceviche, ein ursprünglich peruanisches Gericht, bei dem der Fisch in Limettensaft mariniert wird. Vorerst werden die Fische aus den Berner Seen kommen. Die beiden Wirte haben aber noch etwas anderes im Kopf: Gern würden sie irgendwann eigene Fische züchten.

Ein zusätzlicher Fokus soll auf dem Kaffee liegen. Hier ist Ari, der ausgebildete Barista, der Spezialist. Der Kaffee, geröstet im Emmental, sei zwar etwas teurer im Einkauf, «aber das ist es uns wert». Und nicht zuletzt wollen sie auch einen kleinen Laden einrichten, wo sie ihre Tapas, Weine und den Kaffee auch zum Mitnehmen verkaufen können.

Fokus aufs Restaurant

Matur ist ein Mann der vielen Projekte: Er ist im Vorstand beim Kinoanlass Marzilimovie, aktiv bei der Grünen Freien Liste und Teil der 5ème Etage Selection, jenem Fussballteam, das regelmässig um die Welt reist, um die ganz kleinen Nationalteams herauszufordern. Ende November geht es wieder los, diesmal nach Nicaragua. Doch vorerst rückt das Fischerstübli in den Vordergrund.

Restaurant Fischerstübli, Gerberngasse 41, 3011 Bern. Eröffnung 29. Mai 2015.

DerBund.ch/Newsnet

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